Barrierefrei leben

Barrierefrei reisen – geht das?

Fremde Länder entdecken, andere Kulturen und Menschen kennenlernen oder endlich die Stadt besuchen, die man schon immer mal sehen wollte. Reisen macht Spaß und bildet weiter. Aber wie sieht es mit dem Reisen bei Menschen aus, die bedingt durch ihr Alter oder auch aus anderen Gründen Gehbehinderungen haben oder im Rollstuhl sitzen?

Eine Antwort gleich vorweg: heute ist auch für Menschen mit Handicap vieles möglich, was früher nicht ging. Darum sind Einschränkungen bei der Mobilität kein grundsätzliches Ausschlusskriterium mehr, wenn man die Welt sehen möchte. Barrierefrei leben und reisen ist heute möglich.

Immer mehr Reiseveranstalter kennen sich mittlerweile mit den Bedürfnissen älterer und behinderter Urlauber aus und können entsprechend passende Angebote liefern. Es gibt auch viele spezialisierte Reiseveranstalter für barrierefreie Reisen. Das Wichtigste ist natürlich, dass man sich im Vorfeld gut informiert und so plant, dass an allen Punkten der Reiseroute klar ist, wo es behindertengerechte Einrichtungen gibt und wo nicht.

Damit ist eine gute Planung die halbe Miete für ältere und jüngere Menschen mit Gehbehinderung. Auf dieser Seite möchten wir Ihnen dabei helfen, sich über das barrierefreie Reisen zu informieren und Ihnen wichtige Tipps für einen Urlaub mit Rollstuhl geben. Anhand unserer Informationen und Experteninterviews können Sie sich perfekt für eine solche Reise vorbereiten. Viel Spaß dabei!

Experten-Meinungen zum barrierefreien Reisen

Im Folgenden finden Sie Interviews von Experten aus verschiedenen Bereichen, die sich mit Barrierefreiheit befassen und das Thema „Barrierefrei reisen“ aus ihren speziellen Blickwinkeln beleuchten.

Deutsche Bahn AG, Kontaktstelle für BehindertenangelegenheitenZum Experteninterview mit Frau Ellen Engel-Kuhn

Tourismus NRW e.V., Bereich Stadt, Business und BarrierefreiZum Experteninterview mit Frau Katja Heuer

Reisevorbereitung für Ihre barrierefreie Reise

Eine gründliche Vorbereitung auf eine anstehende Reise ist das Wichtigste. Schließlich geht es darum, ein behindertengerechtes Hotel oder andere barrierefreie Unterkünfte zu finden, barrierefreie Angebote am Urlaubsort zu recherchieren und – falls notwendig – eine Begleitung zu organisieren, die beim Umsteigen oder bei Zwischenstopps mit dem Gepäck hilft.

Ein Punkt ist dabei, eine Reise zu planen, die möglichst wenige oder idealerweise keine Zwischenstopps beinhaltet. Denn auch, wenn in vielen Ländern schon viel für gehbehinderte Menschen getan wird, kann man nicht unbedingt davon ausgehen, überall auf ähnlich gute Bedingungen zu treffen.

Hier finden Sie eine Checkliste zur Planung einer barrierefreien Reise.

Die beste barrierefreie Art zu reisen

So verschieden die Reisemöglichkeiten auch sind, so viele Vor- oder Nachteile haben sie. Die Deutsche Bahn bietet Menschen mit Gehbehinderungen beispielsweise Vergünstigungen an. Zudem gibt es für sie die Möglichkeit, auf vielen Strecken kostenfrei zu fahren. Für einen Flug sind spezielle Anforderungen zu beachten.

Rollstuhlfahrer sollten Check-In-Mitarbeiter und das Sicherheitspersonal darüber informieren, inwieweit sie eingeschränkt sind und darauf hinweisen, welche Routinekontrollen bei ihnen durchgeführt werden können und welche nicht. Grundsätzlich gilt für Gehbehinderte, dass sie die für sich angenehmste Reise-Art ausfindig machen sollten.

In unserem Selbsttest können Sie herausfinden, welche verborgenen Eigenschaften Ihre Reise-Persönlichkeit hat. Welcher Reise-Typ sind Sie?

Hier geht es zu unserem Selbsttest "Barrierefrei Reisen".

Wie gelingt die barrierefreie Reise am besten?

Grundsätzlich können alle Menschen mit Schwierigkeiten beim Laufen und Rollstuhlfahrer sämtliche Reisemöglichkeiten nutzen, die auch Reisende ohne Handicap wählen.

Wichtig ist lediglich eine gründliche Information im Vorfeld der Reise über die Möglichkeiten und Ausstattung der verschiedenen Verkehrsmittel zum barrierefreien Reisen. Flughäfen bieten oft spezielle Angebote für mobilitätseingeschränkte Fluggäste an.

Die Airlines stellen Betreuer, die den Fluggast zum Flugzeug bringen, ihn wieder abholen und bei Umsteigeverbindungen behilflich sind.

Da beispielsweise Rollstühle mit im Frachtraum transportiert werden, wird dem Rollstuhlfahrer für die Dauer des Fluges durch die Airline kostenlos ein Leihrollstuhl zur Verfügung gestellt.

Elektrische Rollstühle müssen mindestens 48 Stunden vor dem Flug angemeldet werden.

Die 5 besten Tipps für das barrierefreie Reisen

  • Für Ein-, Um- und Ausstiegshilfen bei Bahnreisen wenden Sie sich an die Mobilitätsservice-Zentrale der DB.
  • Informieren Sie sich vorab über barrierefrei zugängliche Sehenswürdigkeiten und Strände.
  • "Barrierefreie Beherbergungsbetriebe" ist eine zuverlässige Kennzeichnung von behindertengerechten Unterkünften.
  • Über die Pflegekasse, Krankenkassen und Berufsgenossenschaften können Sie Zuschüsse für Reisen erhalten.
  • Erstellen Sie immer vorab eine Checkliste über An- und Abreise, Unterkunft und Freizeitaktivitäten.

Für Bahnreisende gilt dasselbe wie für Flugreisende. Informieren Sie sich vor Ihrer Reise, ob Ihr Bahnhof stufenfrei bzw. barrierefrei gestaltet ist.

Ein- und Ausstiegshilfen durch das Zugpersonal im Nahverkehr kann die Mobilitätsservice-Zentrale für Sie vormelden; für Rollstuhlfahrer ist dies an ca. 1.550 stufenfrei gestalteten Bahnhöfen in den wichtigsten großen Städten möglich.

Für eine reibungslose Planung Ihrer barrierefreien Reise haben wir für Sie eine Checkliste vorbereitet.

zur Checkliste >

Zu berücksichtigen ist bei der Reise mit der Bahn auch, ob die Toiletten im Zug und am Bahnhof auch behindertengerecht und für Rollstuhlfahrer ausgestattet sind. Werden alle diese Punkte im Vorfeld berücksichtigt und abgeklärt, steht dem Urlaub und damit einer barrierefreien Reise nichts mehr im Wege.

Der Unterschied zu Reisenden ohne Beeinträchtigungen besteht lediglich darin, dass sich gehbehinderte Reisende gezielt auf ihr Handicap hin informieren müssen.


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