Daniela Korn, kompetente Treppenlift-Beraterin

Plattformlift – Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer
Wenn Sie dauerhaft auf einen Rollstuhl, einen Rollator oder eine Gehhilfe angewiesen sind und eine barrierefreie Alternative zum Sitzlift suchen, kann ein Plattformlift die passende Wahl sein. Doch welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein? Mit welchen Kosten ist zu rechnen? Und gibt es finanzielle Unterstützung? Hier finden Sie alle wichtigen Antworten kompakt und verständlich erklärt.
Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Plattformlift?
Ein Plattformlift ist ein elektrisch betriebener Treppenlift mit einer Plattform, auf der Personen im Rollstuhl, mit Rollator oder anderen Gehhilfen sicher von einer Etage zur nächsten fahren können. Dabei bewegt sich der Lift entlang einer maßgefertigten Schiene, die dem exakten Verlauf der Treppe folgt. Im Gegensatz zu einem Sitzlift muss der Nutzer nicht auf einen Sitz umsteigen, sondern kann während der Fahrt auf seiner Mobilitätshilfe bleiben.
Plattformlifte kommen sowohl in privaten Wohnhäusern als auch in Mehrfamilienhäusern oder öffentlichen Gebäuden zum Einsatz – etwa dann, wenn eine bestehende Treppe barrierefrei nutzbar gemacht werden soll. Je nach Ausführung eignen sie sich für den Innen- und Außenbereich.
Plattformlift vs. Hublift: zwei Rollstuhllifte mit Unterschieden
Plattformlifte sind speziell für die Nutzung mit dem Rollstuhl konzipiert und gehören daher, genau wie Hublifte, zu den Rollstuhlliften. Allerdings unterscheiden sich beide Liftsysteme in der Art der Fortbewegung und im Einsatzbereich.
- Ein Plattformlift fährt entlang einer Führungsschiene, die dem Verlauf der Treppe folgt. Er ist zudem dafür ausgelegt, komplette Treppenanlagen und auch mehrere Etagen zu überwinden.
- Ein Hublift hingegen bewegt sich senkrecht nach oben und unten, ähnlich wie eine kleine Hebebühne. Er ist somit nicht an eine Treppe gebunden und wird vor allem bei geringen Höhenunterschieden eingesetzt, zum Beispiel bei wenigen Stufen am Hauseingang.
Finden Sie in wenigen Schritten Ihren Lifttyp

Wie hoch sind die Kosten für einen Plattformlift?
Die Kosten für einen Plattformlift variieren, da die Schienen maßangefertigt werden müssen.
Generell richtet sich der Preis also nach der Treppenlänge, Treppenhöhe und der Anzahl der Kurven. Auch der Standort, an dem der Lift installiert werden soll, hat einen Einfluss auf die Kosten.
Tabelle horizontal scrollbar
| Lifttyp | Treppenform | Bereich | Preise/Kosten* |
|---|---|---|---|
| Plattformlift | gerade | innen | € 9.000,- bis € 15.000,- |
| Plattformlift | kurvig | innen | € 12.000,- bis € 25.000,- |
| Plattformlift | gerade | außen | € 9.000,- bis € 15.000,- |
| Plattformlift | kurvig | außen | € 15.000,- bis € 25.000,- |
*Bei den angegebenen Preisspannen handelt es sich um Durchschnittspreise für Liftanlagen über eine Etage. Die Preisspanne kann je nach Anbieter variieren.
Gut zu wissen: Finanzierungshilfen für Plattformlifte
Durch Zuschüsse und Fördermittel können Sie die Kosten für einen Plattformlift reduzieren. Die finanzielle Unterstützung ist abhängig von Ihrer persönlichen Situation: Beim Vorliegen eines Pflegegrades bezuschusst die Pflegekasse mit bis zu € 4.180,- pro Person, während bei einem Arbeitsunfall o. Ä. die Berufsgenossenschaft einen Teil der Kosten übernehmen kann. Andere regionale Träger oder Banken wie die KfW-Bank gewähren ebenfalls attraktive Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite. Informieren Sie sich und prüfen Sie vorab, inwiefern Ihre Anschaffung durch Förderungen unterstützt wird. So können Sie viel Geld sparen.
Wie funktioniert ein Plattformlift?
Ein Plattformlift bewegt sich entlang einer stabilen Führungsschiene, die individuell an den Verlauf der Treppe angepasst wird. Diese Schiene wird meist seitlich auf den Treppenstufen oder an der Wand befestigt und trägt das Antriebssystem des Lifts.
Ein integrierter Motor sorgt dafür, dass die Plattform gleichmäßig entlang der Treppe nach oben oder unten fährt – auch über Kurven oder Zwischenpodeste hinweg.

Die Fahrt mit dem Lift läuft wie folgt ab:
- Lift herbeirufen & auffahren: Rufen Sie den Lift entweder per Knopfdruck auf der Fernbedienung zu sich oder aktivieren Sie direkt die Plattform, wenn sich diese bereits auf der richtigen Etage befindet. Anschließend wird die Auffahrrampe heruntergeklappt, damit Sie bequem auf die Plattform fahren können.
- Sichern & Fahrt starten: Sobald Sie sich auf der Plattform befinden, werden die Auffahrrampen am Rand hochgeklappt, sodass der Rollstuhl nicht zurückrollen kann. Außerdem fahren Sicherheitsbügel herunter, damit Sie sich während der Fahrt festhalten können. Erst wenn alle Sicherheitselemente korrekt platziert sind, können Sie die Fahrt über die Bedienkonsole starten.
- Ankommen & Lift verlassen: Am Ziel angekommen, öffnen Sie die Auffahrrampen und Sicherheitsbügel über das Bedienelement – schon können Sie die Plattform sicher verlassen.
Wie sicher ist ein Plattformlift?
Ein Plattformlift ist für gewöhnlich mit mehreren mechanischen und elektronischen Schutzsystemen ausgestattet, die während der gesamten Fahrt für Stabilität und Kontrolle sorgen. Zu den wichtigsten Sicherheitsfunktionen gehören:
- Sicherheitsbügel, an denen Sie sich während der Fahrt festhalten können
- Automatische Auffahrrampen mit Wegrollschutz, die sich während der Fahrt hochklappen
- Totmannsteuerung – der Lift fährt nur, solange der Bedienknopf gedrückt wird
- Hinderniserkennung bzw. Sensoren, die den Lift bei einem Gegenstand auf der Treppe sofort stoppen
- Notstopp-Schalter zum sofortigen Anhalten
Zusätzlich sorgt eine regelmäßige Wartung durch einen Fachbetrieb dafür, dass alle Sicherheitsfunktionen des Lifts dauerhaft zuverlässig arbeiten.
Welche Anforderungen gelten für den Einbau eines Plattformlifts?
Damit ein Plattformlift installiert werden kann, müssen bestimmte Gegebenheiten erfüllt sein.
- Treppenbreite: Die Mindestbreite für gerade Treppen liegt bei 90 cm. Bei einer kurvigen Treppe sollte diese mindestens 100 cm breit sein, da die viereckige Plattform entsprechend viel Platz in der Kurve einnimmt. Bei Mehrfamilienhäusern und öffentlichen Gebäuden ist die Mindestbreite gesetzlich geregelt und beträgt 110 cm.
- Bewegungsfläche am Ein- und Ausstieg: Da Plattformlifte ein- und ausklappbar sind, wird eine ebenerdige, waagerechte und tragfähige Stellfläche in einer Mindestgröße von 90 x 120 cm benötigt. Das kann jedoch von Anbieter zu Anbieter etwas variieren und wird daher individuell mit Ihnen abgestimmt.
- Steigungswinkel: Der maximale Steigungswinkel der Treppe darf in der Regel nicht größer als 60 Grad sein.
- Stromanschluss: Für den Betrieb des Plattformlifts wird in unmittelbarer Nähe der Treppe ein Stromanschluss benötigt.
- Zustimmung des Vermieters oder der Eigentümergemeinschaft: In Mietwohnungen oder Mehrfamilienhäusern ist vor dem Einbau die Zustimmung des Vermieters oder der Hausverwaltung erforderlich. Unter bestimmten Voraussetzungen besteht jedoch ein Anspruch auf barrierefreie Anpassungen.
Übrigens: Für die Umsetzbarkeit ist es weniger relevant, ob es sich um eine gerade Treppe, eine kurvige Treppe oder einen Einsatz im Außenbereich handelt. Die Machbarkeit sollte vor dem Einbau des Plattformlifts dennoch immer durch einen Fachberater überprüft werden.

Was macht einen Plattformlift aus?
Ein Plattformlift ist mit einer stabilen Plattform ausgestattet, die genügend Platz für Rollstühle, Rollatoren, Gehhilfen oder auch Kinderwagen bietet. Dabei fährt der Lift entlang einer maßgefertigten Schiene, die dem Verlauf der Treppe folgt, und befördert Sie so bequem über mehrere Etagen hinweg.
Welchen Vorteil bietet ein Plattformlift gegenüber einem Sitzlift?
Mit einem Plattformlift können Sie im Rollstuhl sitzend die Treppe überwinden, während Sie beim Sitzlift den Rollstuhl verlassen und auf den Sitzlift umsteigen müssen. Der Plattformlift ist aber nicht nur für Rollstuhlfahrer gedacht, sondern auch für Personen mit Rollatoren oder Gehhilfen ideal.
Was ist der Unterschied zwischen einem Plattformlift und einem Hublift?
Der Hauptunterschied zwischen einem Plattformlift und einem Hublift liegt in der Bewegungsrichtung. Der Plattformlift bewegt sich entlang der Treppe, während der Hublift nicht an eine Treppe gebunden ist und senkrecht nach oben und unten fährt. Beide Lifte sind darauf ausgelegt Menschen mit Rollstuhl, Rollator oder Gehhilfe zu befördern. Da der Hublift nur für geringe Höhenunterschiede bzw. kürzere Treppen geeignet ist, ist er in der Regel günstiger als der Plattformlift.
Kann ein Plattformlift überall eingebaut werden?
Plattformlifte können sowohl im Innenbereich als auch im Außenbereich installiert werden und sind grundsätzlich für viele Gebäudearten geeignet – vom Einfamilienhaus bis zum öffentlichen Gebäude. Dabei können Sie an geraden und auch kurvigen Treppen montiert werden. Dazu müssen lediglich bestimmte bauliche Anforderungen erfüllt sind. Entscheidend sind unter anderem eine ausreichende Treppenbreite, ein geeigneter Steigungswinkel, genügend Bewegungsfläche am Ein- und Ausstieg sowie ein Stromanschluss in Treppennähe.
Ob der Einbau im konkreten Fall möglich ist, lässt sich im Rahmen einer fachgerechten Vor-Ort-Prüfung zuverlässig klären.
Kann ich mehrere Etagen mit dem Plattformlift überwinden?
Ja, mit einem Plattformlift können Sie sich sicher und bequem über mehrere Etagen hinweg bewegen. Bei längeren oder komplexeren Treppenanlagen steigt jedoch der Planungs- und Montageaufwand. Klären Sie daher bei einer individuellen Vor-Ort-Beratung durch einen seriösen Anbieter ab, ob eine mehrgeschossige Lösung in Ihrem Zuhause technisch sinnvoll umsetzbar ist.


