Alternativen zum Treppenlift

Rollstuhllift – praktische Hilfe für Rollstuhlfahrer

Immer dann, wenn Treppen ein Hindernis darstellen und der Umstieg vom Rollstuhl auf einen klassischen Treppenlift belastend oder nicht möglich ist, kommt der Rollstuhllift zum Einsatz. Hier kann direkt mit dem Rollstuhl auf eine Plattform bzw. Hebebühne aufgefahren werden. Ein Treppenlift für den Rollstuhl kann sowohl neu als auch gebraucht erworben werden. Beim Kauf eines gebrauchten Lifts können Sie bis zu 25 Prozent des Neupreises einsparen.

Rollstuhllift-Preise: Was kostet ein Rollstuhlaufzug?

Für die Anschaffung eines Rollstuhllift müssen Sie mit Kosten zwischen € 9.000,– bis € 25.000,– rechnen. Die Preise variieren je nach Treppenverlauf, Lift-Typ, Modell und Installationsbereich.

Die folgende Tabelle zeigt Ihnen, welche Kosten auf Sie zukommen:

Die Rollstuhllift-Preise im Überblick

Rollstuhllift-Variante Installationsbereich Kosten
Plattformlift Gerade Treppe im Innenbereich € 9.000,– bis € 15.000,–
Plattformlift Kurvige Treppe im Innenbereich € 12.000,– bis € 25.000,–
Plattformlift Gerade Treppe im Außenbereich € 9.000,– bis € 15.000,–
Plattformlift Kurvige Treppe im Außenbereich € 15.000,– bis € 25.000,–
Hublift (Hubhöhe bis 1,79 Meter) Innen- und Außenbereich € 5.700,– bis 15.000,–
Hublift (Hubhöhe bis 3,00 Meter) Innen- und Außenbereich ab € 17.500,–

Generell ist die Installation von Rollstuhlliften auf kurvigen Treppen mit höheren Kosten verbunden, da hierfür aufwendigere Anpassungen an den Schienen notwendig sind. Auch variieren die Preise je nach Sonderausstattung.

Günstigere Alternativen sind gebrauchte Rollstuhllifte oder Rollstuhllifte zur Miete. Aber auch bei gebrauchten Treppenliften müssen Sie bei einem kurvigen Modell mit höheren Kosten rechnen als bei Liften für gerade Treppen.

Ob ein Treppenlift neu oder gebraucht ist, spielt für die Pflegekasse übrigens keine Rolle. Sofern ein Pflegegrad vorliegt und der Antrag auf den Pflegekassenzuschuss vor dem Kauf eingereicht wurde, steht Ihnen ein Zuschuss von bis zu € 4.000,– für Wohnraumanpassungen zu. Unter Umständen haben Sie auch ein Anrecht auf andere finanzielle Zuwendungen, zum Beispiel Zuschüsse durch das Sozialamt oder die jeweilige Berufsgenossenschaft. Mehr darüber erfahren Sie in unserem Ratgeber zu Treppenlift-Zuschüssen.

Der Rollstuhllift – zwei Varianten sind möglich

Rollstuhlfahrer können zwischen zwei Arten von Rollstuhlliften wählen, dem Plattformlift und dem Hublift. Beide Varianten haben ihre ganz eigenen Vorteile. Sowohl Hublifte als auch Plattformlifte bieten sich für verschiedene bauliche Situationen an. Beide Lifte haben ihre Vorteile. Sowohl Hublifte als auch Plattformlifte bieten sich für verschiedene bauliche Situationen an.

Hublifte mit einer Hebebühne für den Rollstuhl sind bestens geeignet, wenn es um die Überwindung von geringen Höhen geht, während Plattformlifte es problemlos mit größeren Höhen aufnehmen können. Welcher Rollstuhllift für Ihre Situation am besten geeignet ist und welche Vorteile die verschiedenen Rollstuhllift-Typen bieten, erfahren Sie im Folgenden. 

Hublifte – Spezialisten für geringe Höhen und kurze Treppen

Der Außenbereich vor einem Hauseingang ist der ideale Ort für den Betrieb eines Hubliftes. Hier führen oft wenige Treppenstufen zur Haustür, die sich mit einem Rollstuhl als sehr hinderlich erweisen. An dieser Stelle und auch innerhalb eines Hauses ermöglicht ein Rollstuhllift – etwa in öffentlichen Gebäuden – die komfortable Überwindung von kleinen Treppen mithilfe einer Hebebühne. Ist in einem Veranstaltungssaal die Bühne über wenige Stufen zu erreichen, schafft ein Hublift an dieser Stelle Barrierefreiheit, indem er Rollstuhlfahrer über die geringe Höhe transportiert.

Für die Überwindung solcher kleinen Höhenunterschiede empfiehlt sich damit in jedem Fall der Einbau eines Hubliftes. Er lässt Rollstuhlfahrer Höhen von bis zu 1,80 m sehr komfortabel überwinden. Zudem sind für seinen Einbau nur wenige Voraussetzungen nötig, was einer der Vorteile des Rollstuhlliftes ist.

Für den Einbau eines Hubliftes ist in der Regel nur eine ausreichend große Fläche nötig, die eben und tragfähig ist. Hier reicht ein Untergrund aus Beton oder Naturstein völlig aus. Ist dieses Fundament vorhanden, wird für den Betrieb des Elektromotors nur noch ein 230-V-Anschluss benötigt und schon sind die beiden wichtigsten Voraussetzungen erfüllt, um einen solchen Rollstuhllift fachgerecht einzubauen.

Vorteile von Hubliften auf einen Blick

  • Einbau ohne Aufwand möglich
  • Hublifte sparen Platz
  • Im Innen- und Außenbereich einsetzbar

Platzsparender Rollstuhllift mit Hebebühne

Im Vergleich zu einer betonierten Rampe, die viel Fläche benötigt, ist ein Hublift mit Hebebühne sehr platzsparend einzubauen. Die Stellfläche sollte lediglich 90 x 120 cm groß sein, um der Standardgröße eines Hubliftes gerecht zu werden. Der Rollstuhllift wird schließlich auf dieser Stellfläche installiert.

Mehr Platz ist nicht erforderlich, da sich die Hebebühne rein vertikal von unten nach oben und umgekehrt bewegt und nicht wie ein Plattformlift dem Treppenverlauf folgt und damit schräg in die Höhe fährt.

Da ein Hublift auch nicht auf einen gemauerten Schacht oder einen Schacht mit Pfosten-Riegel-Konstruktion angewiesen ist, kann zusätzlich Platz gespart werden.

Der Hublift als Rollstuhllift für außen

In den meisten Fällen werden Hublifte im Außenbereich eines Hauses eingesetzt. Hier befinden sie sich vornehmlich vor der Eingangstür, wenn diese durch wenige Stufen von der Straße getrennt ist. Auch hinter einem Gebäude werden sie oft genutzt, wenn beispielsweise die Terrasse über wenige Stufen mit dem Gartenbereich verbunden ist. Aber auch an Eingängen von öffentlichen Gebäuden ist dieser Lift-Typ immer häufiger anzufinden. Hublifte verfügen über eine außerordentlich hohe Tragfähigkeit. Dadurch können sie auch problemlos als Lastenaufzüge verwendet werden. Müssen Sie als Rollstuhlfahrer eine schwere Einkaufstüte oder einen sperrigen Gegenstand transportieren, ist das für einen Hublift kein Problem.

Plattformlift – Mit dem Rollstuhl auch längere Treppen überwinden

Um Rollstuhlfahrer größere Höhen als 1,80 m überwinden zu lassen, sind Plattformlifte die idealen Helfer. Sie kommen bei höheren Treppen zum Einsatz, die auch über mehrere Etagen verlaufen können. Hierbei ist es unerheblich, ob es sich um einen geraden oder kurvigen Treppenverlauf handelt, denn Plattformlifte gibt es für beide Varianten.

Wie bei einem Sitzlift auch, werden Plattformlifte auf den Treppen befestigt und folgen dem Treppenverlauf. Dank der flachen Auffahrrampe kommen Rollstuhlfahrer problemlos auf die Plattform. Die Auffahrrampe klappt dann automatisch nach oben, damit der Rollstuhl nicht von der Plattform rollen kann – einer der Vorteile des Rollstuhlliftes, welcher die Sicherheit und den Komfort gewährleistet.

Flexibel und platzsparend

Auch wenn Plattformlifte durch die Ausmaße ihrer Plattform mehr Platz benötigen als etwa Sitzlifte, weisen sie doch zahlreiche intelligente Funktionen auf, die Platz sparen. So gibt es Modelle, deren Plattformen zusammenklappbar sind, wenn die Anlage nicht genutzt wird.

Sind zudem noch Sicherheitsbügel integriert, können auch diese nach unten weggeklappt werden, nachdem die Plattform eingeklappt wurde. So werden Plattformlifte im Ruhemodus zu kompakten und platzsparenden Anlagen, die andere Nutzer der Treppe nicht einschränken.

Die Kraftpakete unter den Rollstuhlliften

Je nach Modell bieten Plattformlifte eine Tragfähigkeit von 300 kg oder auch darüber hinaus. Darum ist es selbst Nutzern mit einem schweren Elektrorollstuhl mit diesem Rollstuhllift möglich, Treppen zu überwinden. Ein Rollstuhlfahrer kann auch schwere Einkaufstüten oder sperrige Gegenstände problemlos mit sich führen.

Die hohe Tragfähigkeit der Plattform, die je nach Größe des Rollstuhls passend gewählt werden kann, spricht somit für die Anschaffung eines solchen Treppenlifts.

Vorteile von Plattformliften auf einen Blick:

  • Platzsparende Funktionen
  • Flexibel auf Rollstuhlgröße anpassbar
  • Durch hohe Tragfähigkeit auch als Lastenaufzug einsetzbar
  • Für den Innen- und Außenbereich geeignet

Der Plattformlift als Rollstuhllift für außen

In bergigen Gegenden liegen Häuser oft an hohen Hängen und sind damit nur über lange Treppen zu erreichen. Um diese Situation für Rollstuhlfahrer barrierefrei zu gestalten, ist der Plattformlift die ideale Lösung. Diese Treppenlifte sind die Experten, wenn es um die Überwindung langer und dazu noch steiler Treppen geht. Hier unterscheiden sie sich eindeutig von den Hubliften, die vor allem für die Überwindung geringer Höhen und von wenigen Stufen eingesetzt werden.

Was für den vorderen Eingangsbereich von Häusern zutrifft, gilt natürlich auch für die Rückseite und damit für die Verbindung zum Garten. Ist dieser hinter dem Haus durch eine längere Treppe mit der Terrasse verbunden, bietet sich die Installation eines Plattformliftes an. Dadurch ist der Rollstuhlfahrer in der Lage, seinen Garten barrierefrei zu erreichen, und kann ihn wieder vollumfänglich nutzen.

Lifte für den Außeneinsatz sind mit witterungsbeständigen Materialien ausgestattet. Der Rollstuhllift ist in diesem Fall verzinkt und pulverbeschichtet, damit weder Nässe noch Hitze ihm etwas anhaben können. Neben dem wetterbeständigen Material ist bei vielen Lift-Anbietern auch eine Regenhaube inklusive, die im Winter als zusätzlicher Schutz über die Anlage gezogen werden und so dem Wetter über viele Jahre standhalten kann.

Einsatz von Rollstuhlliften außen vor öffentlichen Gebäuden

Kann der Nutzer eines Plattformliftes im privaten Bereich selbst entscheiden, welche Plattformgröße er haben möchte, gelten für Plattformlifte an öffentlichen Gebäuden Standardgrößen. Kommunen haben vor ihren Amtsgebäuden teilweise Plattformlifte im Einsatz, damit Mitarbeiter im Rollstuhl barrierefrei zu ihrem Arbeitsplatz gelangen können oder eben als Service für rollstuhlfahrende Bürger. Hier gilt es, die baulichen Normen der DIN 18040-1 für barrierefreies Bauen bei öffentlichen Gebäuden einzuhalten.

Plattformlifte vor öffentlichen Gebäuden können sehr platzsparend eingesetzt werden. Die üblicherweise vor den Eingängen befindlichen langen Rollstuhlrampen aus Beton werden dadurch überflüssig. Steht in Eingangsbereichen also nur wenig Platz zur Verfügung, ist der Plattformlift auch hier die platzsparende Alternative.

Passt der Rollstuhllift in meine Wohnsituation?

Da jede Wohnsituation anders ist, werden Plattformgröße bzw. Größe der Hebebühne und Schienenlänge individuell an die Treppenform und Treppenlänge angepasst. Für einen gerade verlaufenden Plattformlift muss die Treppe mindestens 80 cm breit sein, für eine kurvige Anlage mindestens 95 cm. Vor der ersten Stufe sollten mindestens 120 cm Platz sein.

Die Produktion der Schiene ist eine Maßanfertigung, die erst nach präziser Begutachtung und Vermessung der Treppensituation hergestellt wird. Schließlich ist jede Treppe anders. Auch wenn Sie Ihren Treppenlift für den Rollstuhl gebraucht erwerben, kann dieser von einem Fachhändler an die speziellen Gegebenheiten Ihrer Wohnsituation angepasst werden. Idealerweise nutzen Sie eine unverbindliche Begutachtung und Beratung durch einen Anbieter für Rollstuhllifte bei Ihnen zu Hause. So können schnell und unverbindlich viele Fragen zu Einbaumöglichkeiten, Kosten und Finanzierung geklärt werden. 

Einbaumöglichkeiten eines Rollstuhllifts

  • Montage an geraden, kurvigen und schmalen Treppen
  • Einbau des Lifts im Innen- und Außenbereich
  • Montage auf Holz- und Betontreppen
  • Schienensystem über mehrere Etagen
  • Anbringung am Geländer oder an der Wand
  • Spezielle Befestigung bei Fußbodenheizung
  • Auch an Hängen, z. B. neben dem Haus, installierbar

Viele Anbieter bieten zudem eine kostenlose Probefahrt an. Dabei wird für Sie ein unverbindliches Treffen mit einem bestehenden Kunden in Ihrer Nähe und dem Anbieter vereinbart. Sie können den Rollstuhllift selbst testen und sich mit dem Kunden über seine Erfahrungen unterhalten. 

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