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Erste Hilfe für Senioren: Was Sie unbedingt wissen müssen

Erste Hilfe ist sowohl für Senioren als auch für deren Angehörige ein Thema, mit dem sich eine frühzeitige Auseinandersetzung lohnt. Durch Erkrankungen und körperliche Beschwerden, welche im Alter immer häufiger auftreten, ist auch das Notfallrisiko in der häuslichen Umgebung für Senioren deutlich erhöht. Stürze, Schlaganfälle und Herzinfarkte können schnell dafür sorgen, dass Sie als Ersthelfer gefordert sind, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Damit Sie Ihrem Angehörigen in einem solchen Notfall helfen und weitere Komplikationen verhindern können, ist es wichtig, dass Sie sich ausgiebig zum Thema Erste Hilfe für Senioren informieren. Dabei sollten Sie sich mit möglichen Notfallsituationen auseinandersetzen, um drohende Notfälle rechtzeitig zu erkennen. Beschäftigen Sie sich außerdem mit wichtigen Sofortmaßnahmen und notwendigen Erste-Hilfe-Materialien. Auf diese Weise können Sie sicherstellen, dass Sie im Ernstfall vorbereitet sind und Erste Hilfe leisten können, um Ihren Angehörigen zu retten.

Wenn sich Ihr Angehöriger in einer Notfallsituation befindet, können lebensrettende Sofortmaßnahmen über Leben und Tod entscheiden. Nachdem Sie über den Notruf 112 den Rettungsdienst verständigt haben, müssen Sie selbst aktiv werden und Erste Hilfe leisten, bis der Sanitätsdienst eintrifft. Deswegen ist es besonders wichtig, dass Sie lebensrettende Maßnahmen wie stabile Seitenlage, Wiederbelebung, Heimlich-Griff und das Anlegen eines Druckverbands kennen und anwenden können.

Mehr zu lebensrettenden Sofortmaßnahmen

Bei älteren Menschen gibt es eine Reihe von Erste-Hilfe-Situationen, die im Alltag auftreten können und entsprechende Maßnahmen erfordern. So stellen vor allem Stürze, Herzinfarkte, Schlaganfälle, Atemnot und Bewusstlosigkeit im Alter eine große Gefahr dar. Aus diesem Grund sollten Sie mögliche Notfallsituationen kennen und wissen, wie Sie als Ersthelfer handeln müssen. Erfahren Sie mehr darüber, wie Sie diese Gefährdungen rechtzeitig erkennen und was im Ernstfall zu tun ist.

Mehr zu Erste-Hilfe-Situationen & Maßnahmen

Ein Senioren-Haushalt sollte stets mit dem nötigen Erste-Hilfe-Material ausgestattet sein, von dem Sie im Notfall Gebrauch machen können. Denn neben reinen Kenntnissen zu Erste-Hilfe-Maßnahmen benötigen Sie häufig auch Verbandmaterialien, Medikamente oder andere Hilfsmittel. Zur Ausstattung eines Notfallschranks sollten unbedingt ein Verbandkasten und eine Hausapotheke gehören. Erfahren Sie außerdem mehr über präventive Maßnahmen, mit denen Sie Notfällen vorbeugen können.

Mehr zu Erste-Hilfe-Material & Prävention

Schnelle Hilfe kann Leben retten

Erste Hilfe ist in jeglichen Notfallsituationen nicht nur wichtig, sondern absolut notwendig. Mit schneller Hilfe und den richtigen Maßnahmen erhöhen Sie die Überlebenschance der betroffenen Person und können im besten Fall ein Leben retten. Viele Menschen trauen sich nicht, zu helfen oder eine andere Person zu reanimieren – aus Angst, etwas falsch zu machen. Doch wichtig ist, dass Sie handeln, denn ohne die nötigen Basismaßnahmen kann auch der Rettungsdienst in manchen Fällen leider nicht mehr helfen. Als Ersthelfer sind Sie ein wichtiger Teil der Rettungskette und können aktiv dazu beitragen, dass der Betroffene überlebt.

Mehr als 200.000 Menschen sterben jährlich an koronaren Herzkrankheiten oder einem Herzinfarkt – davon sind überwiegend Frauen betroffen. Bei einem Herzstillstand verringert sich die Überlebenswahrscheinlichkeit pro Minute um 10 Prozent. Wird innerhalb von fünf Minuten nach dem Herzstillstand keine Maßnahme durchgeführt, ist es unwahrscheinlich, dass die Person überlebt. Umso wichtiger sind Wiederbelebungsmaßnahmen durch Ersthelfer, denn so kann die Zahl der Todesfälle stark gesenkt werden. Dabei zählt jede Minute: Wenn sofort mit der Wiederbelebung begonnen wird, verdoppelt bis verdreifacht sich die Überlebenschance bei korrekt ausgeführten Maßnahmen.

Darüber hinaus sind vor allem ältere Menschen anfällig für Herzinfarkte oder auch Schlaganfälle. Grund dafür sind häufig bereits vorhandene gesundheitliche Einschränkungen wie Herz- und Kreislauferkrankungen. Etwa acht von zehn Betroffenen, die einen Schlaganfall erleiden, sind über 60 Jahre alt. Das Durchschnittsalter der betroffenen Männer liegt bei 68 Jahren, das der betroffenen Frauen bei 75 Jahren. Aus diesem Grund ist Erste Hilfe besonders für Senioren und deren Angehörige ein wichtiges Thema. 

Erste Hilfe für Senioren

Erste-Hilfe-Basics

In einem Notfall ist das richtige Handeln das A und O. Unabhängig davon, um welche Art von Notfallsituation es sich handelt – Beteiligte müssen immer schnell reagieren und alle notwendigen Schritte in die Wege leiten. Vor allem wenn Menschenleben auf dem Spiel stehen, ist ein möglichst reibungsloser und routinierter Ablauf sehr wichtig. Die Abfolge der Hilfeleistungen kann als Rettungskette angesehen werden. Die Basismaßnahmen des Ersthelfers sind dabei genauso essenziell wie die Behandlung durch den Sanitätsdienst. Deswegen ist es von größter Bedeutung, dass alle Glieder der Rettungskette ihre Aufgabe erfüllen, um im besten Fall Menschenleben zu retten. Damit Sie als Ersthelfer Ihren Teil leisten können, ist es wichtig, die Grundlagen der Ersten Hilfe zu kennen. Hierbei können Sie sich an den Erste-Hilfe-Basics der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e. V. (DGUV) orientieren und das Informationsblatt für den Notfall aufbewahren.

Ganz grundsätzlich gilt es beim Auffinden einer Person, Ruhe zu bewahren und die Unfallstelle zu sichern. Beachten Sie dabei aber auch Ihre eigene Sicherheit und bringen Sie sich nicht selbst in Gefahr. Falls notwendig und möglich, ist es empfehlenswert, die betroffene Person zunächst aus dem Gefahrenbereich zu retten und sich anschließend um sie zu kümmern.

Dabei sollte zuerst das Bewusstsein der aufgefundenen Person geprüft werden. Sprechen Sie den Betroffenen laut an, berühren Sie ihn und rütteln Sie ihn vorsichtig an den Schultern. Ist die Person bei Bewusstsein, können Sie situationsgerecht Erste Hilfe leisten, wie etwa durch eine sorgfältige Wundversorgung. Benachrichtigen Sie im Anschluss den Rettungsdienst und betreuen Sie die Person bis zu dessen Eintreffen. Ist die Person bewusstlos, rufen Sie um Hilfe, um auf sich und die Situation aufmerksam zu machen. Prüfen Sie nun die Atmung der Person, denn gegebenenfalls müssen Sie die Atemwege freimachen, damit keine Erstickungsgefahr besteht. Bei einer normalen Atmung ist es ausreichend, die Person in die stabile Seitenlage zu bringen und anschließend den Notarzt zu verständigen. Passen Sie auch hier bis zu dessen Eintreffen auf Bewusstsein und Atmung auf.

Sofern keine normale Atmung vorhanden ist, alarmieren Sie sofort den Rettungsdienst und beginnen danach mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Wenn ein Automatisierter Externer Defibrillator (AED) in der Nähe ist, nutzen Sie diesen und folgen den Sprachanweisungen. Ist kein AED verfügbar, führen Sie stattdessen eine Herzdruckmassage und eine Atemspende im 30:2-Wechsel durch. Tun Sie dies, bis die Person zu Bewusstsein kommt oder der Notarzt eintrifft, um zu übernehmen.

Wichtige Angaben beim Absetzen eines Notrufs

  • Wo ist der Notfall?
  • Was ist geschehen?
  • Wie viele Verletzte gibt es?
  • Welche Verletzungen bzw. Erkrankungen sind erkennbar bzw. bekannt?

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