Tobias Bonk, seit 5 Jahren Treppenlift-Berater

Entlastung und Hilfe für pflegende Angehörige
Menschen, die sich um pflegebedürftige Familienmitglieder kümmern, stehen vor einer Vielzahl von Herausforderungen. Dazu gehören die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf, die Finanzierung der Pflege sowie die eigene körperliche wie emotionale Belastung. Wir erklären Ihnen, wie Sie als pflegende Angehörige die bestmögliche Unterstützung für Ihre Liebsten bieten können.
Inhaltsverzeichnis
Was ist im Pflegefall zu tun?
Ob durch einen Unfall, das Alter oder eine schwere Krankheit – die Pflegebedürftigkeit einer Person kommt meist unerwartet. Aus diesem Grund kann ein Pflegefall fast gar nicht geplant werden. Wenn es so weit ist, gilt es jedoch, schnell zu handeln und wichtige Vorkehrungen zu treffen. Die folgenden Punkte verschaffen Ihnen einen Überblick zum Vorgehen sowie zu wichtigen Aspekten, an die Sie als pflegender Angehöriger denken sollten:
- Die richtigen Anlaufstellen: Wenden Sie sich an die Ärztin oder den Arzt der pflegebedürftigen Person, um eine ärztliche Verordnung einzuholen. Damit können Sie sich an Krankenkassen und Pflegekassen sowie an Pflegestützpunkte und -dienste richten. Daneben können Pflegebedürftige und Angehörige eine Pflegeberatung in Anspruch nehmen – die Kosten werden von der Pflegekasse übernommen.
- Pflegegrad beantragen: Besonders wichtig ist es für Pflegebedürftige und Pflegepersonen, einen Pflegegrad zu beantragen. Dieser legt fest, wie eingeschränkt die Person ist und dient in vielen Fällen als Nachweis für die Pflegebedürftigkeit.
- Dokumente: Helfen Sie dem Pflegebedürftigen bei der Erstellung von Vorsorge- und Generalvollmachten, Patientenverfügungen und eines Testaments. Führen Sie die Vollmachten als pflegender Angehöriger stets bei sich und bewahren Sie alle wichtigen Krankenunterlagen sowie Medikamentenpläne als Kopien zuhause auf.
- Pflegezeit beantragen: Pflegende Angehörige haben einen Anspruch auf Pflegezeit. Lassen Sie sich von der Arbeit freistellen, um sich vollkommen auf die Pflege konzentrieren zu können.

Pflegebedürftige richtig betreuen – diese Möglichkeiten gibt es
Wenn der Pflegegrad feststeht, stellst sich die Frage der richtigen Betreuung. Die ideale Lösung besteht darin, die Pflegeverantwortung auf mehrere Menschen zu verteilen.
Neben Angehörigen können zum Beispiel auch Nachbarn oder Freunde eingebunden werden, um bei Arztbesuchen oder Behördengängen zu unterstützen, während die medizinische Versorgung von ambulanten Pflegekräften übernommen wird. Wir haben Ihnen die verschiedenen Betreuungsformen übersichtlich zusammengefasst – am besten entscheidet der Pflegebedürftige mit.

Häusliche Pflege
Bei der häuslichen Pflege werden Pflegebedürftige in ihrer gewohnten Umgebung von ihrer Pflegeperson betreut. Wie Sie als pflegender Angehöriger die Betreuung mit Ihrem Beruf vereinbaren, welches Grundwissen vonnöten ist und was Sie sonst noch beachten sollten, erklären wir Ihnen hier.

Ambulante Pflege
Durch die Hilfe von professionellen Pflegediensten können Ihre Angehörigen trotz Pflegebedürftigkeit weiterhin zu Hause leben. Die Pflegekräfte kommen regelmäßig zum Patienten nach Hause und übernehmen grundlegende Pflegeaufgaben, um Sie zu entlasten.

Stationäre Pflege
Wenn Sie sich als Angehöriger nicht selbst um einen pflegebedürftigen Menschen kümmern können, ist die stationäre Pflege eine gute Alternative. Pflegebedürftige werden dabei kurzzeitig oder dauerhaft in Pflegeeinrichtungen betreut.
Pflegegeld für pflegende Angehörige
Pflegebedürftige haben Anspruch auf Pflegegeld, wenn die häusliche Pflege durch einen Angehörigen sichergestellt wird und mindestens Pflegegrad 2 vorliegt. Die pflegebedürftige Person kann dabei selbst entscheiden, ob sie das Pflegegeld an den pflegenden Angehörigen weitergeben oder anders darüber verfügen möchte. In der Regel wird das Pflegegeld jedoch als Anerkennung an die versorgende Person übergeben. Sie kann das Geld dann nach eigenem Ermessen verwenden – zum Beispiel für Pflegehilfsmittel, Fahrtkosten oder zur Finanzierung von Unterstützung im Alltag. Das Pflegegeld wird als Leistung der Pflegekasse monatlich ausgezahlt und ist nach dem Pflegegrad gestaffelt.
Was es für pflegende Angehörige noch zu wissen gibt

Pflege in der Praxis
Als pflegender Angehöriger stehen Sie in der Praxis vor zahlreichen Herausforderungen. Wir bringen Ihnen den Pflege-Alltag näher und erklären, an welchen Stellen Sie als Pflegeperson Unterstützung erhalten.

Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel
Für Pflegebedürftige und auch für Sie können Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel die häusliche Pflege stark erleichtern. Inwiefern sich Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel unterscheiden und wie sie bezuschusst werden, erfahren Sie hier.

Der Treppenlift – eine Erleichterung für Pflegebedürftige und Angehörige
Wenn Sie die Betreuung von pflegebedürftigen Menschen verantworten, ist der Treppenlift eine geeignete Möglichkeit, um Abläufe im Alltag zu erleichtern und Betroffenen Ihre Mobilitätsfreiheit zu gewähren.
Je weniger Unterstützung Sie leisten müssen, desto eigenständiger und freier können sich mobilitätseingeschränkte Menschen in ihrem eigenen Haushalt bewegen. Dieses Wiedererlangen von Selbständigkeit, Komfort und Unabhängigkeit und die damit einhergehende, gesteigerte Lebensqualität kommt Betroffenen wie pflegenden Angehörigen gleichermaßen zugute.
Checkliste zum Treppenlift-Kauf
Ob der Einbau eines Treppenlifts für Ihren Pflegefall sinnvoll ist, können Sie mithilfe der folgenden Checkliste ermitteln. Wenn mehrere Punkte aus der Liste zutreffen, lohnt es sich, über eine Anschaffung nachzudenken:
- Es gibt unüberwindbare Treppen im Haus.
- Es besteht eine erhöhte Sturzgefahr.
- Die Mobilität ist dauerhaft eingeschränkt.
- Treppensteigen ist ohne Unterstützung unmöglich oder fällt schwer.
- Räume werden aufgrund von Barrieren bereits gemieden.
- Es bestehen Erkrankungen, die Mobilitätsstörungen hervorrufen.
- Das Haus soll bis ins hohe Alter bewohnt werden.
- Trotz körperlicher Einschränkungen sollen Mobilität, Selbstständigkeit und Unabhängigkeit erhalten bleiben.
- Die notwendige Unterstützung beim Treppensteigen ist für Angehörige eine Belastung.

Kur für pflegende Angehörige
Eine Kur für pflegende Angehörige bietet eine wichtige Möglichkeit zur Regeneration und Erholung. Kur-Programme sind darauf ausgerichtet, Angehörigen, die sich intensiv um Pflegebedürftige kümmern, eine Auszeit zu verschaffen. Während der Kur können Pflegepersonen neue Energie tanken und ihre körperliche wie emotionale Gesundheit fördern.
Die Kur beinhaltet oft verschiedene Maßnahmen wie therapeutische Anwendungen, Entspannungsübungen und Beratungsgespräche, die darauf abzielen, Stress abzubauen und die eigene Gesundheit zu stärken. Wenn Sie an eine Kur in Anspruch nehmen, verbessern Sie auf lange Sicht Ihre Pflegefähigkeit und die Qualität der Betreuung für Ihren Angehörigen.


