Wohnen im Alter

Wohnen im Alter: Wohnformen und Wege zum barrierefreien Zuhause

Ist im Alter das selbstständige Wohnen nicht mehr uneingeschränkt möglich, entsteht bei vielen Senioren die Angst, das geliebte Wohnumfeld verlassen zu müssen. Der Umzug aus der gewohnten Umgebung würde einen Wegfall der sozialen Kontakte bedeuten, die sich über Jahrzehnte gefestigt haben.

Heutzutage ist es mit baulicher Voraussicht, speziellen Wohnformen für Senioren und Pflegedienstleistungen glücklicherweise möglich, auch im Alter und bei geringer Pflegebedürftigkeit noch selbstbestimmt und glücklich in den eigenen vier Wänden zu wohnen. Denn: Im eigenen Zuhause lebt es sich am schönsten!

Auf dieser Seite zeigen wir Ihnen, wie Sie sich ein sicheres, barrierefreies und glückliches Zuhause schaffen

Was bedeutet altersgerechtes Wohnen?

Altersgerechtes Wohnen beinhaltet das barrierefreie Wohnen und im Weiteren eine entsprechende Wohnform mit sozialen Kontakten und gegenseitiger Unterstützung, einer guten Erreichbarkeit von Einrichtungen des täglichen Lebens sowie der Zugang zu Kultur und Unterhaltung.

Quelle der Infografik: Hausfrage.de

Sorgen Sie vor: Gründliche Planung für altersgerechtes Wohnen

Idealerweise ist das eigene Haus oder die Eigentumswohnung bereits zukunftsorientiert gebaut und berücksichtigt so das Wohnen im Alter von Anfang an.

Planen Sie den Bau eines Eigenheims, lohnt es sich schon heute wichtige bauseitige Kriterien zu berücksichtigen, um möglichst lange in Ihrem Traumhaus leben zu können. Ein flexibler Grundriss mit möglichst wenig tragenden Wänden, ein großzügiger Schnitt, breit angelegte Türen und Durchgänge sowie ein geräumiges Bad mit bodentiefer Dusche helfen dabei, Barrierefreiheit, Sturzprophylaxe und altersgerechtes Wohnen später problemlos zu realisieren.

Das ideale Wohnumfeld erleichtert das Wohnen im Alter

Je nach Mobilität der Senioren sollte nicht ausschließlich die seniorengerechte Ausstattung der Wohnung, sondern auch das Wohnumfeld berücksichtigt werden. Ist der Bewohner noch weitestgehend fit und verlässt regelmäßig das Haus, sind fußläufig erreichbare Geschäfte oder Ärzte obligatorisch. Auch eine direkte Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ist von Vorteil.

Besonders im Alter ist eine funktionierende gute Nachbarschaft wichtig – gerade, wenn Familienmitglieder nicht in unmittelbarer Nähe leben. Durch den Verbund mit den Nachbarn entsteht ein besonderes Gefühl der Sicherheit und Unterstützung.

Dabei geht es nicht nur um diebloßeHilfe bei der Bewältigung des Alltags – viel wichtiger ist der soziale Aspekt und das Leben in der Gemeinschaft. Gerade im Alter vereinsamen viele Menschen und das Miteinander stärkt das Gefühl, gebraucht und geschätzt zu werden.

Wohnformen im Alter – Das sind die Möglichkeiten

Ist im Alter aufgrund von Krankheit oder Handicap ein selbstständiges Leben nicht mehr vollumfänglich möglich, bedeutet das nicht immer den Umzug in ein Seniorenheim. Immer mehr moderne Wohneinrichtungen für Senioren lösen die althergebrachte Form des Altersheims ab.

Und das aus gutem Grund: Heutzutage setzen die Gebrechen deutlich später ein, die ein unabhängiges Wohnen im Alter unmöglich machen.

Durch zahlreiche Hilfsmittel sowie soziale und pflegerische Unterstützungsmodelle ist es vielen Menschen auch im hohen Alter noch möglich, ihr Leben, trotz eventueller körperlicher Einschränkungen, individuell zu gestalten.

Da die Zahl der unterschiedlichen Wohnformen und Kombinationen aus verschiedenen Wohnmodellen ständig zunimmt, geben wir Ihnen nun einen kurzen Überblick über die wichtigsten Modelle:

Wohnen mit ambulanter Unterstützung

Ambulante Pflegedienste ermöglichen Senioren einen langen Verbleib in ihrem vertrauten und liebgewonnenen Wohnumfeld. Fachmännische Unterstützung und diverse Betreuungsangebote finden Sie oft bei Wohlfahrtsverbänden wie der Caritas, Diakonie oder der Arbeiterwohlfahrt (AWO).

Der Vorteil: Durch die Hilfe der ambulanten Betreuung lebt die betroffene Person möglichst lange selbstständig im eigenen Zuhause und erhält dort entsprechende Unterstützung durch ausgebildetes Pflegepersonal

Zu den Serviceleistungen ambulanter Dienste gehören:

  • Medizinische Pflege
  • Unterstützung im Haushalt (z. B. Wohnungsreinigung, Wäscheservice oder Einkauf)
  • Fahr- und Bringdienste („Essen auf Rädern“, Fahrten zu Arztterminen)
  • Hausmeisterdienste, d. h. Aufsichtsfunktion und kleinere Reparaturen
  • Praktische Unterstützung bei der Organisation von Freizeitaktivitäten wie Städtereisen oder Ausflüge

Wichtiger Hinweis: Ambulante Pflege- und Versorgungsleistungen können bei Vorlage eines Pflegegrads über die Pflegeversicherung abgerechnet werden. Die Kosten orientieren sich an den genutzten Dienstleistungen. 

Wohnen mit Unterstützung von Angehörigen

Was ambulante Dienste leisten ist wichtig und aus unserer heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Viele ältere Menschen vertrauen jedoch bei der häuslichen Pflege oder notwendigen Diensten im Haushalt lieber nahen Angehörigen.

Der Vorteil: Der Pflegebedürftige muss nicht erst ein Vertrauensverhältnis zur Pflegekraft aufbauen, wie beim Einsatz externer Dienstleister. Damit ist die Hilfe durch Angehörige eine wichtige Ergänzung zu den wohnseitigen Faktoren der Barrierefreiheit und gehört zum „altersgerechten Wohnen“ einfach dazu.

Betreute Wohnformen ermöglichen ein altersgerechtes Wohnumfeld

Ist das selbstständige Wohnen im Alter nicht mehr möglich, bieten sich verschiedene Alternativen an. Diese reichen vom Leben in der Gemeinschaft mit anderen Senioren über eine leichte Betreuung durch qualifizierte Mitarbeiter bis hin zu intensiver Betreuung im stationären Umfeld.

Betreutes Wohnen

Die Variante des „betreuten Wohnens“ bezeichnet das Leben von Senioren in einem Seniorenzentrum bzw. Seniorenwohnpark. Die zu einem Seniorenzentrum gehörenden Appartements sind stets barrierefrei ausgestattet. Zudem ist das betreute Wohnen mit vielen Vorteilen für die Senioren verbunden. Es können meist flexible Betreuungspakete mit unterschiedlichen Leistungen gewählt werden, die sich ganz an die sich verändernde individuelle gesundheitliche Situation anpassen lassen. 

Zu einem Betreuungspaket gehören optionale Services wie:

  • Allgemeine Unterstützung durch die Mitarbeiter des Seniorenzentrums
  • Hausmeisterdienste für Reparaturen im Haushalt
  • Mahlzeiten im Seniorenzentrum
  • Feste und Veranstaltungen
  • Freizeitangebote
  • Friseur und Fußpflege
  • Pflegerische Leistungen

Wohnen in einer Seniorenresidenz

Altersgerechtes Wohnen in einer Seniorenresidenz bietet das Prinzip des betreuten Wohnens, allerdings in einer luxuriöseren und kostenintensiveren Variante. Seniorenresidenzen sind mehr als ein allgemeines Seniorenzentrum mit altersgerechten Wohnungen. In der Regel sind diese Anlagen wesentlich großzügiger und komfortabler ausgestattet und bieten Grundstücke in bester Lage sowie luxuriös eingerichtete Immobilien für das altersgerechte Wohnen. So finden sich innerhalb des Geländes einer Seniorenresidenz oft nicht nur ein Friseur oder Beauty-Salon, sondern auch gleich ein Supermarkt, eine Apotheke, Arztpraxen und ein Restaurant mit einer Küche, welche den „Kantinenstandard“ weit übertrifft. Zudem gibt es hier Veranstaltungsräume mit vielfältigen kulturellen Highlights, etwa Konzert- und Theaterabende.

Die Seniorenresidenzen sind sicherlich die „Luxus“-Alternative, wenn es um das Wohnen im Alter geht. Die hohen Kosten ermöglichen es jedoch nur einer wohlhabenden Klientel, hier ihren Lebensabend zu verbringen.

Pflegeheim

Ist ein Mensch körperlich oder geistig nicht mehr in der Lage, seinen Haushalt eigenständig zu führen und gibt es auch keine Angehörigen, die die ambulante Pflege im eigenen Zuhause übernehmen, kommt die Unterbringung in einem Pflegeheim infrage. Neben Kost und Logis erhalten die Bewohner die notwendige professionelle Pflege sowie soziale Betreuung durch ausgebildete Fachkräfte.

Hilfsbedürftige Bewohner erhalten rund um die Uhr medizinische und pflegerische Betreuung. Hinzu kommen in der Regel unterschiedliche Kontakt- und Freizeitmöglichkeiten, die auf die Fähigkeiten der Pflegebedürftigen abgestimmt sind und dafür sorgen sollen, dass die Menschen aus ihrer häufig isolierten Situation herauskommen und im Alltag Abwechslung finden.

Die Kosten werden in Zusammenarbeit mit der Pflegekasse abgerechnet, wobei hier der entsprechende Pflegegrad des Bewohners für die finanziellen Leistungen ausschlaggebend ist.

Alternative Wohnformen für Senioren

Mittlerweile haben sich auch Modelle für altersgerechtes Wohnen etabliert, die jenseits von Pflegeheim und betreutem Wohnen sehr gut funktionieren. Beispielsweise das Mehrgenerationenhaus oder die Senioren-WG. Hier überzeugt die Mischung von Jung und Alt und die daraus resultierende Gemeinschaft aus gesundheitlich fitten Senioren und denjenigen, die in ihrem Alltag Hilfe benötigen.

Mehrgenerationen-Wohnen

Im Mehrgenerationenhaus leben, wie der Name bereits vermuten lässt, mehrere Generationen einer oder verschiedener Familien unter einem Dach. Welche Variante auch interessanter sein mag – es profitieren alle Parteien.

Die jüngeren Bewohner können die älteren bei deren täglichen Aufgaben unterstützen, für sie Erledigungen machen oder sie zu einem Arzttermin fahren.

Im Prinzip übernehmen beim Mehrgenerationen-Wohnen die jüngeren Mitbewohner die Hilfestellungen, die teilweise auch die ambulanten Dienste übernehmen. Im nachbarschaftlichen Miteinander ist dies angenehmer, da sich die Bewohner des Hauses kennen und es nicht fremde Menschen sind, die aushelfen.

Grundsätzlich ist das Mehrgenerationen-Wohnen eine moderne Version des früher üblichen bäuerlichen Lebens von Großfamilien unter einem Dach. Durch gegenseitiges Unterstützen wurde jedem Familienmitglied geholfen und niemand außer Acht gelassen. Enkel waren gespannt, wenn ihnen die Großeltern eine interessante Geschichte erzählten und profitierten von der Lebenserfahrung aus erster Hand. Die Großeltern hingegen waren sich einer Rund-um-die-Uhr Unterstützung in allen Lebenslagen gewiss.

Die Gemeinschaft und der Austausch sind auch der geistigen Gesundheit im Alter zuträglich und können bei der Demenzvorbeugung helfen. Mehrere Generationen unter einem Dach – das fordert und hält mental fit.

Senioren-WG

Bei der Senioren-WG kommt es vor allem auf die richtige Mischung der Bewohner an. Diese kann aus körperlich fitten und selbstständigen Senioren sowie zu einem kleineren Anteil aus hilfsbedürftigen Personen bestehen, sodass eine gegenseitige Unterstützung möglich ist.

Der Vorteil einer Senioren-WG: Alle Bewohner sitzen in einem Boot, haben ähnliche Einschränkungen, im Idealfall ähnliche Interessen und vor allem viel Verständnis füreinander und die jeweilige persönliche Situation.

Oft bilden sich Senioren-WGs aus alten, jahrzehntelang bestehenden Freundschaften, bei denen sich alle Beteiligten ganz bewusst für diese Wohnform entscheiden. Wenn solche Beziehungen bestehen, ist diese Art des Wohnens im Alter eine Form, bei der bestimmt keine Langeweile aufkommt.

Barrierefreies Wohnen: Im eigenen Zuhause alt werden

Mit dem Alter lässt nicht nur die Muskelkraft und Beweglichkeit nach – auch die Augen werden schlechter. Viele ältere Menschen fühlen sich zunehmend unsicher, wenn sie sich allein durch das eigene Zuhause bewegen müssen.

Helfende Hände durch Angehörige sind nicht immer zugegen, sodass spätestens jetzt das Thema barrierefreies und altersgerechtes Wohnen in den Fokus rückt.

Doch nicht erst im Alter ist es wichtig, die eigene Wohnsituation den eingeschränkten körperlichen Fähigkeitenanzupassen: Auch in jungen Jahren lohnt sich präventiv der Blick in die Zukunft. Ein barrierefreies Heim schafft Sicherheit und gibt Ihnen das gute Gefühl, in den eignen vier Wänden alt werden zu können. 

Was bedeutet barrierefreies Wohnen?

Beim barrierefreien Wohnen ist das Haus oder die Wohnung exakt an die Bedürfnisse von Senioren oder Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen angepasst. 

Jeder Wohnraum sollte, trotz Mobilitätseinschränkung, uneingeschränkt und weitestgehendeigenständig nutzbar sein.

Auf einen Blick: Anforderungen an das altersgerechte Wohnen 

  • Der Bereich vor dem Haus sowie der Hauseingang ist mit Hilfe von Rampen, Handläufen, Hub- oder Treppenliften sicher und barrierefrei gestaltet.
  • Im Hausflur ist ein ausreichend breiter Aufzug die ideale Lösung, um höhergelegene Etagen zu erreichen. Ansonsten kommen, je nach baulicher Situation, auch Treppen- oder Plattformlifte infrage.
  • Innerhalb der Wohnung sind alle Türen sowie Auf- und Durchgänge ausreichend breit, hoch und stufenlos, um ein Durchfahren mit Hilfsmitteln zu ermöglichen.
  • Relevante Räume verfügen über ausreichend große Bewegungsflächen (DIN-Normen).
  • Türgriffe, Lichtschalter und andere wichtige Bedienelemente sind stufenlos erreichbar und nicht zu hoch oder zu niedrig angebracht.
  • Führt die Wohnung über mehrere Etagen, gewährleistet ein Treppenlift die sichere und komfortable Bewältigung der Treppen. Ist die Person auf einen Rollstuhl angewiesen, dienen Plattformlifte oder Senkrechtlifte der Überwindung von Etagen.
  • Zur Sturzprophylaxe sind alle Stolperfallen eliminiert der gesamte Wohnbereich ausreichend beleuchtet.
  • Seniorenprodukte wie beispielsweise Klingelverstärker oder elektrische Türöffner vereinfachen zudem den Alltag

Wohnen im Alter – 3 wichtigste Faktoren für mehr Mobilität

  • Informieren Sie sich über Maßnahmen zur Sturzprophylaxe.
  • Schaffen Sie ein barrierefreies Zuhause, z. B. durch einen Treppenlift.
  • Erhalten Sie Ihre Mobilität durch Bewegung und Aktivität.

Der barrierefreie Hauseingang

Barrierefreiheit beginnt nicht erst im Wohnraum, sondern bereits beim barrierefreien Eingangsbereich und Hausflur. Fast jeder Hauseingang weist Barrieren auf, die überwunden werden müssen.

Ältere Menschen oder Personen mit Handicap fällt es oftmals schwer, die Treppenstufen bis zur Haustür hochzusteigen: Auch wenn es nur drei oder vier Stufen sind, im Alter werden sie zum unüberwindbaren Hindernis.

Treppenstufen und Handläufe

Um die Stufen sicherer zu machen, eignen sich zur schnellen Sturzprophylaxe spezielle Anti-Rutsch-Beläge, die Sie einfach nachrüsten können. Achten Sie zudem darauf, dass an der Treppe ein Geländer mit stabilem Handlauf angebracht ist, welches ausreichenden Halt gewährleistet.

Rampen

Für Menschen, die auf einen Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind, erweisen sich Rampen im Eingangsbereich als enorme Hilfestellung. Diese sind auch nachträglich schnell angebracht und ermöglichen so den barrierefreien Zugang zur Haustür.

Hublift für den Eingangsbereich

Müssen im Eingangsbereich größere Höhenunterschiede bis zu 1,80 m überwunden werden, dann eignet sich ein Hublift als ideales Hilfsmittel. Während der vertikalen Fahrt befinden Sie sich auf der auffahrbarenPlattform, die Sie mitsamt Rollstuhl oder Gehhilfe betreten können. Der Hublift reduziert jedoch nicht nur die Barrieren in Ihrem Eingangsbereich, er leistet auch beim Transport von Einkäufen eine enorme Hilfestellung.

Hublifte werden häufig direkt neben den Treppen positioniert und sind einfach und ohne großen Aufwand installierbar.

Ein großer Vorteil: Hublifte sparen viel Platz, denn eine lange Rampe wird nicht benötigt. Vorausgesetzt werden lediglich eine ausreichend große Stellfläche sowie ein ebener, fester Untergrund. Daher eignen sie sich ideal für kleine Eingangsbereiche.

Barrieren im Hausflur reduzieren

Wohnen Sie im Alter in einem Mehrfamilienhaus, sollte der Hausflur idealerweise mit einem Aufzug ausgestattet sein. In manchen Fällen ist es möglich, auch im Mietshaus einen Treppenlift installieren zu lassen, um den Weg zu Ihrem Wohnraum barrierefrei zu gestalten.

Dieser nachträgliche Einbau ist jedoch an diverse Voraussetzungen geknüpft, wobei die Verkehrssicherheit der Treppe stets gewährleistet sein muss.

Im Eigenheim ist der Einbau des Treppenlifts zur Sturzprophylaxe problemlos realisierbar. Mit seiner Hilfe ist es Ihnen möglich, komfortabel und sicher in die andere Etage zu fahren. Treppenlifte bringen Ihnen ein Stück Mobilität und Unabhängigkeit in die eigenen vier Wände zurück. Viele ältere Menschen fühlen sich beim Gang in eine andere Etage nicht nur unsicher, sondern leiden zudem unter Schmerzen im Knie beim Treppensteigen. Dieses Problem wird durch einen Treppenlift gemildert: Sie können den vorhandenen Wohnraum wieder vollumfänglich nutzen und sind beim Treppensteigen nicht auf Hilfe von Angehörigen oder Pflegekräften angewiesen. Mehr nutzbare Wohnfläche bedeutet zudem auch ein Mehr an Lebensqualität.

Treppenlifte gibt es in zahlreichen Ausführungen und für nahezu jeden Treppentyp. Auch steile Stufen und enge Kurven sind in der Regel kein Hindernis für die Installation. Jedes Produkt ist eine Maßanfertigung, die präzise auf Ihre Treppensituation zugeschnitten ist.

Generell sollte der Flur zum sicheren Wohnen im Alter ausreichend Platz sowie einen ebenen Fußboden bieten, den Sie mit Rollstuhl oder Rollator problemlos passieren können. Teppiche, die Falten werfen oder rutschiges Parkett eignen sich nicht für die barrierefreie Diele. Zusätzliche Sicherheit bei längeren Dielen bietet ein Handlauf.

Barrierefreies Badezimmer

Im barrierefreien Badezimmer sorgen bereits kleine Hilfsmittel dafür, dass Sie den Raum auch im Alter oder mit Handicap selbstständig nutzen können. Da es bei der Pflege im Bad häufig nass zugeht, ist bei der Wahl der Bodenfliesen auf rutschfeste Varianten zu achten.

Haltegriffe sorgen in der Nasszelle für zusätzliche Sicherheit und minimieren das Sturzrisiko. In Dusche und Badewanne sorgen Anti-Rutsch-Beläge für zusätzlichen Halt.

Ist die Nutzung eines Rollstuhls oder Rollators unumgänglich, sind möglicherweise Umbaumaßnahmen zum sicheren Wohnen im Alter vonnöten. Ein Rollstuhlfahrer benötigt einen Platzbedarf von 150 x 150 cm, um sich ausreichend drehen und wenden zu können (DIN 18040 – 2), Nutzer mit Rollator kommen dagegen mit 120 x 120 cm aus.

Da Menschen im Rollstuhl alle Tätigkeiten im Sitzen ausüben müssen, sind folgende Kriterien für ein barrierefreies Bad obligatorisch:

  • Ausreichend Platz zum Rangieren vor der Toilette, Dusche oder Badewanne
  • Ein erhöhter Sitz auf der Toilette
  • Haltegriffe direkt neben der Toilette, Badewanne, Dusche und an anderen sinnvollen Stellen
  • Eine ebenerdige Dusche, die für Rollstuhlfahrer ausreichend groß ist
  • Ein Wannenlifter direkt neben der Wanne ermöglicht einen bequemen Einstieg
  • Ein Wannensitz in der Badewanne sorgt für einen sicheren Halt

Die Küche

Die komplette Anpassung einer altersgerechten, barrierefreien Küche ist kostspielig. Doch bereits mit kleinen Veränderungen eliminieren Sie Risikofaktoren im Kochbereich und beugen Verletzungen und Stürzen vor:

Damit Sie im Alter sicher wohnen, führen Sie möglichst viele Tätigkeiten rund ums Kochen sitzend aus. Möchten Sie nicht auf einem herkömmlichen Stuhl Platz nehmen, bieten sich ergonomische Stehhocker (Stehhilfen) an. Diese verfügen über einen standsicheren Fuß und erlauben eine erhöhte Sitzposition. So behalten Sie nicht nur stets den Überblick über das Geschehen in der Küche, sondern schonen gleichzeitig Rücken und Gelenke.

Für zusätzlichen Halt im Alter sorgt ein Handlauf, der entlang der Arbeitsplatte montiert werden sollte. Hier können Sie beim Kochen kurz innehalten und sich bei Bedarf abstützen

Weitere Tipps für die barrierefreie Küche:

  • Organisieren Sie die Dinge, die Sie täglich brauchen, an einer zentralen, gut zugänglichen Stelle, ohne dass Sie sich stark strecken oder auf einen Hocker steigen müssen
  • Schubladen mit Leichtlauf-Vollauszügen erleichtern das Öffnen
  • Fahrbare Möbelelemente sind bei eingeschränkter Beweglichkeit sehr vorteilhaft
  • Höhenverstellbare sowie unterfahrbare Arbeitsplatten eignen sich gleichermaßen für Rollstuhlfahrer und Senioren
  • Ein Backofen auf angepasster Bedienungshöhe erleichtert den Alltag

Komfortables und barrierefreies Wohnzimmer

Das barrierefreie Wohnzimmer ist in der Regel ohne großen Aufwand altersgerecht zu gestalten. Stolperfallen, wie z. B. Teppichbrücken oder Kabel, lassen sich schnell beseitigen. Meistens ist bereits der Austausch der Sitzmöbel gegen Polster mit einem festeren Kern für ein leichteres Aufstehen ein großer Schritt zu mehr Komfort im Alter.

Sitzmöbel lassen sich auch nachträglich durch eine Standbeinverlängerung optimal an das das Wohnen im Alter anpassen. Die Arbeiten erledigt ein geübter Schreiner schnell und unproblematisch, sodass Sie Ihre geliebten Möbel auch weiterhin nutzen können.

Achten Sie bei Möbeln für Senioren grundsätzlich auf eine einwandfreie Standsicherheit sowie robuste Armstützen und Aufrichthilfen. Ablagen sollten im barrierefreien Wohnzimmer gut erreichbar positioniert sein. Setzen Sie eine stufenlos regulierbare Lichtquelle ein, die den Raum gut ausleuchtet, aber Sie nicht blendet. Achten Sie auch darauf, eventuelle Schwellen, z. B. zu Balkon oder Terrasse, zusätzlich zu sichern.

Sicher und wohlbehütet Schlafen: Im barrierefreien Schlafzimmer

Die Kriterien für ein seniorengerechtes Wohnzimmer gelten auch für das barrierefreies Schlafzimmer. Achten Sie beim Kauf Ihres Betts darauf, dass dieses höhenverstellbar ist. Dank dieser praktischen Funktionen lassen sich die Ein- und Ausstiegshöhe ideal Ihren Bedürfnissen anpassen.

Wichtig ist auch, dass Sie vom Bett aus möglichst alles für Sie Notwendige bequem erreichen können. Lichtschalter und andere wichtige Schalter sollten direkt in Bettnähe angebracht werden, damit Sie nicht im Dunkeln durch den Raum gehen müssen.

Zudem ist der Einbau einer absenkbaren Kleiderstange sinnvoll, damit Sie Ihre Kleidung schnell und einfach erreichen können.

Barrierefreier Umbau – so gehen Sie vor

Wie Sie bereits erfahren haben, sollte ein barrierefreier Umbau im Idealfall langfristig geplant und bereits umgesetzt sein, bevor im Alter erste Mobilitätseinschränkungen auftreten.

Doch der Bau mit Voraussicht ist eher die Ausnahme: Meist macht erst die eingeschränkte Gesundheit einen kurzfristigen Umbau notwendig. In dieser Situation muss meist alles sehr schnell gehen und plötzlich sind viele Aspekte auf einmal zu beachten. Damit Sie nicht den Überblick verlieren und den barrierefreien Umbau strukturiert planen können, haben wir Ihnen die fünf wichtigsten Schritte aufgelistet:

In 5 Schritten zum barrierefreien Umbau

  1. Die Bestandsaufnahme: Erstellen Sie eine Liste mit den Änderungen, die für Sie wichtig sind. Setzen Sie Prioritäten. Was sollte zuerst und zuletzt erledigt werden? Lassen Sie sich von Angehörigen unterstützen.
  2. Beratung einholen: Nehmen Sie sich einen Profi dazu! Mit Hilfe erfahrener Berater können Sie Fehler bei der Planung ausschließen und sich wertvolle Tipps einholen. Es gibt viele Wohnberatungsstellen, die Hausbesuche anbieten.
  3. Die Finanzierung: Erstellen Sie einen Finanzplan. Welche Finanzmittel stehen zur Verfügung? Welche Fördermittel können Sie in Anspruch nehmen? Auch hier bieten Krankenkassen und unabhängige Beratungsstellen kompetente Unterstützung an.
  4. Finale Planung: Unter Berücksichtigung des zur Verfügung stehenden Budgets und der professionellen Beratung können Sie nun Ihre Planung finalisieren.
  5. Handwerker beauftragen: Achten Sie darauf, Handwerker zu engagieren, die nachweislich Erfahrung im altersgerechten Umbau haben. Eine Hilfe ist dabei das Markenzeichen „Generationenfreundlicher Betrieb“, welches nur durch die Handwerkskammern zertifizierte Unternehmen tragen dürfen.

Gibt es Förderungen für den barrierefreien Umbau?

Der barrierefreie Umbau ist mit hohen Kosten verbunden. Das Problem: Bei vielen Betroffenen würde der Umbau die finanziellen Mittel überschreiten. Doch Sie müssen nicht auf Ihr altersgerechtes Zuhause verzichten. Für alle Senioren gibt es zahlreiche Möglichkeiten zur Förderung des barrierefreien Wohnens. Dank dieser Unterstützung kann ein nicht unerheblicher Teil der Kosten abgedeckt und Senioren zu mehr Barrierefreiheit im eigenen Zuhause verholfen werden.

Weitere Unterstützung bieten die bundesweit ca. 250 Wohnberatungsstellen. Diese informieren meist kostenlos und helfen auch dabei, Anträge auf Förderung zu stellen. Eine weitere Anlaufstelle bilden die Kommunen mit ihren Ämtern für Wohnungswesen. Auch städtische Bauvereine leisten Beratung und setzen suchende Senioren auf Kandidaten-Listen für die Vergabe von altersgerechten Wohnungen.


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