Wohnen im Alter

So wohnen Sie glücklich im Alter

Wohnen im Alter

„Einen alten Baum verpflanzt man nicht“, so lautet ein altes Sprichwort. Da ist etwas Wahres dran, denn viele Senioren wünschen sich für ihr Wohnen im Alter in der gewohnten Umgebung zu bleiben und die sozialen Kontakte, die sich über Jahrzehnte gefestigt haben, weiter zu pflegen. Die eigene Wohnung wird oft, je mehr die eigene Mobilität nachlässt, zum zentralen Mittelpunkt des Lebens im Alter. Daher hat die Wohnqualität und der Komfort im Alter einen wesentlich höheren Stellenwert für das allgemeine Wohlbefinden als in jüngeren Jahren.

Es ist lohnenswert, barrierefreies Wohnen (altersgerechtes Wohnen) frühzeitig ins Auge zu fassen, sowie vorausschauend für das Alter zu planen. Das spart nicht nur Nerven und bares Geld, sondern verschafft genügend Spielraum, um auch Komfort und Wohnambiente einen wichtigen Platz einzuräumen.

Was bedeutet eigentlich altersgerechtes Wohnen?

Altersgerechtes und barrierefreies Wohnen

Altersgerechtes Wohnen beinhaltet zunächst barrierefreies Wohnen und im Weiteren eine entsprechende Wohnform mit sozialen Kontakten, Geschäften, Ärzten, Kultur und Unterhaltung. Auch die Zuhilfenahme von externen Begleitdiensten oder Angehörigen, die für die Senioren bestimmte Aufgaben erledigen, gehört dazu. Denn Senioren sind oft nicht mehr so mobil und verlassen ihre Wohnung seltener.

Ausreichend Bewegungsfläche für Gehhilfen oder eine optionale zweite Pflegeperson ist grundsätzlich das wichtigste Kriterium für ein sicheres Wohnen im Alter. Doch wie breit sollten Türen konkret sein, damit auch ein Rollstuhlfahrer bequem durchfahren kann? Oder wie viel Platz benötigen Menschen mit Gehhilfen wie Rollatoren, um sich im Badezimmer bewegen zu können? All diese Aspekte und genaue Maßangaben sind festgelegt in der DIN 18040-2 der Technischen Baubestimmung. Sie umfasst Punkte zur barrierefreien Planung, Ausführung und Ausstattung von Wohnungen, Gebäuden mit Wohnungen und deren Außenanlagen. Da Baubestimmungen aber je nach Bundeslandes variieren, gibt es hier je nach Wohnort auch Unterschiede.

Infografik zum Wohnen im Alter

Quelle der Infografik: Hausfrage.de

Sorgen Sie vor: Die gründliche Planung für altersgerechtes Wohnen

Idealerweise wird das eigene Haus oder die Eigentumswohnung zukunftsorientiert angelegt, um so das Wohnen im Alter von Anfang an zu berücksichtigen. Ein flexibler Grundriss mit möglichst wenig tragenden Wänden, ein großzügiger Schnitt, breit angelegte Türen und Durchgänge, nützliche Aufstehhilfen sowie ein geräumiges barrierefreies Bad mit bodentiefer Dusche helfen dabei, Barrierefreiheit und altersgerechtes Wohnen problemlos zu realisieren. 

Anforderungen an ein altersgerechtes Wohnen auf einen Blick

  • Der Bereich vor dem Haus sowie der Hauseingang sollten mit Hilfe von Rampen, Handläufen, Hub- oder Treppenliften sicher und barrierefrei gestaltet sein.
  • Im Hausflur ist ein ausreichend breiter Aufzug die ideale Lösung, um höhergelegene Etagen zu erreichen. Ansonsten kommen, je nach baulicher Situation, alternativ auch Treppen- oder Plattformlifte infrage.
  • Innerhalb der Wohnung sollten Türen sowie Auf- und Durchgänge ausreichend breit, hoch und stufenlos sein, um ein Durchfahren mit Hilfsmitteln möglich zu machen.
  • Türgriffe, Lichtschalter und andere wichtige Bedienelemente sollten stufenlos erreichbar und nicht zu hoch oder zu niedrig angebracht sein.
  • Führt die Wohnung über mehrere Etagen, gewährleistet ein Treppenlift die sichere und komfortable Bewältigung der Treppen. Ist die Person auf einen Rollstuhl angewiesen, so sind Plattformlifte oder Senkrechtlifte Alternativen zur Überwindung von Etagen.
  • Durch Seniorenprodukte wie beispielsweise Klingelverstärker oder elektrische Türöffner kann der Alltag in den eigenen vier Wänden wesentlich vereinfacht werden.

Das Wohnumfeld sollte berücksichtigt werden

Je nach Mobilität der Senioren sollte nicht ausschließlich die seniorengerechte Ausstattung der Wohnung, sondern auch das Wohnumfeld berücksichtigt werden. Auch das gehört zu den Anforderungen an ein altersgerechtes Wohnen. Ist der Bewohner noch weitgehend fit, kann er auch regelmäßig das Haus verlassen. Dann ist wichtig, auf fußläufig erreichbare Geschäfte oder Ärzte zu achten. Auch eine direkte Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ist hier ein großer Vorteil. Wohnen Familienmitglieder in unmittelbarer Nähe, gibt das noch ein besonderes Gefühl der Sicherheit und Unterstützung, falls diese einmal benötigt wird.

Auch eine funktionierende gute Nachbarschaft ist wichtig, gerade im Alter. Können Nachbarn sowie Verwandte und Bekannte allerdings nicht helfen, ist die Inanspruchnahme eines ambulanten Pflegedienstes eine gute Alternative. Die ambulanten Dienste leisten eine unentbehrliche Arbeit durch verschiedenste Angebote, die von der medizinischen Pflege über Services wie das „Essen auf Rädern“ bis hin zu Fahrdiensten reichen. Diese Betreuung findet sich über verschiedene Träger in jeder Kommune und stellt wichtige Hilfen für Senioren und mobilitätseingeschränkte Menschen sicher.

Wohnformen im Alter – Ihre Möglichkeiten

Die Ansprüche an Wohneinrichtungen für Senioren machen an der althergebrachten Form des Altersheims zum Glück nicht mehr halt. Deutlich später setzen bei vielen Gebrechen ein, die ein völlig unabhängiges Wohnen im Alter unmöglich machen. Doch durch zahlreiche Hilfsmittel und soziale wie pflegerische Unterstützungsmodelle ist es vielen Menschen auch im Alter möglich, eine individuelle Lebensgestaltung, trotz eventueller körperlicher Einschränkungen, in den Vordergrund zu stellen.

Wohnformen im Alter

Die Zahl der unterschiedlichen Wohnformen und Kombinationen aus verschiedenen Wohnmodellen nimmt ständig zu. Hier bieten wir Ihnen einen kurzen Überblick über die wichtigsten Kategorien.

Wohnen mit ambulanter Unterstützung

Neben den baulichen Voraussetzungen, die eine Wohnung barrierefrei und die Bewohner wieder unabhängiger machen, ermöglichen viele Dienstleister, dass Senioren möglichst lange in ihrer liebgewonnenen Umgebung wohnen bleiben können. Beispielsweise erbringen ambulante Pflegedienste ganz unterschiedliche Leistungen – immer abgestimmt auf die Bedürfnisse der Bewohner.

Diese Pflegedienste, die Senioren in ihrem vertrauten Zuhause unterstützen, werden durch die einschlägigen Wohlfahrtsverbände wie der Caritas, Diakonie oder der Arbeiterwohlfahrt (AWO) angeboten. Der Vorteil: Die Senioren können in ihrer Wohnung leben und verfügen trotzdem über alle Annehmlichkeiten, die diese Form des betreuten Wohnens bietet.

Zu den Serviceleistungen ambulanter Dienste gehören:

  • Medizinische Pflege
  • Unterstützung im Haushalt (z.B. Wohnungsreinigung, Wäscheservice oder Einkauf)
  • Fahr- und Bringdienste ("Essen auf Rädern", Fahrten zu Arztterminen)
  • Hausmeisterdienste, d.h. Aufsichtsfunktion und kleinere Reparaturen
  • Praktische Unterstützung bei der Organisation von Freizeitaktivitäten wie Städtereisen oder Ausflügen

Wichtiger Hinweis: Ambulante Pflege- und Versorgungsleistungen können bei Vorlage einer Pflegestufe bzw. eines Pflegegrads über die Pflegeversicherung abgerechnet werden. Die Kosten orientieren sich an den genutzten Dienstleistungen. 

Wohnen mit Unterstützung von Angehörigen

Was ambulante Dienste leisten ist wichtig und aus unserer heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Viele ältere Menschen vertrauen jedoch bei der häuslichen Pflege oder notwendigen Diensten im Haushalt lieber ihren Angehörigen. Das verwundert nicht, stehen die Angehörigen den zu pflegenden Personen ohnehin am nächsten. Hier braucht nicht extra ein neues Vertrauensverhältnis aufgebaut werden, was beim Einsatz externer Dienstleister der Fall ist. Die Hilfe, die durch Angehörige abgedeckt wird, ist eine wichtige Ergänzung zu den wohnseitigen Faktoren der Barrierefreiheit und gehört zur Thematik „altersgerechtes Wohnen“ einfach dazu.

Betreute Wohnformen ermöglichen altersgerechtes Wohnen

Wenn das selbstständige Wohnen im Alter nicht mehr möglich ist, bieten sich heutzutage verschiedene Alternativen. Hier stellen wir Ihnen einige Modelle altersgerechten Wohnens vor, die angepasst an die individuelle Situation, von leichter bis intensiver Betreuung im stationären Rahmen alles bieten.

Betreutes Wohnen

Betreutes Wohnen im Alter

Die Variante des „betreuten Wohnens“ bezeichnet das Leben von Senioren in einem Seniorenzentrum bzw. Seniorenwohnpark. Die zu einem Seniorenzentrum gehörenden Appartements sind stets barrierefrei ausgestattet. Zudem ist das betreute Wohnen mit vielen Vorteilen für die Senioren verbunden. Es können meist flexible Betreuungspakete mit unterschiedlichen Leistungen gewählt werden, die sich ganz an die sich verändernde individuelle gesundheitliche Situation anpassen lassen. 

Zu einem Betreuungspaket gehören beispielweise optionale Services wie:

  • Allgemeine Unterstützung durch die Mitarbeiter des Seniorenzentrums
  • Hausmeisterdienste für Reparaturen im Haushalt
  • Mahlzeiten im Seniorenzentrum
  • Feste und Veranstaltungen
  • Freizeitangebote
  • Friseur und Fußpflege
  • Pflegerische Leistungen

Wohnen in einer Seniorenresidenz

Altersgerechtes Wohnen in einer Seniorenresidenz bietet das Prinzip des betreuten Wohnens, allerdings in einer luxuriöseren und kostenintensiveren Variante. Seniorenresidenzen sind mehr als ein allgemeines Seniorenzentrum mit altersgerechten Wohnungen. In der Regel sind diese Anlagen wesentlich großzügiger und komfortabler ausgestattet und bieten Grundstücke in bester Lage sowie luxuriös eingerichtete Immobilien für das altersgerechte Wohnen. So finden sich innerhalb des Geländes einer Seniorenresidenz oft nicht nur ein Friseur oder Beauty-Salon, sondern auch gleich ein Supermarkt, eine Apotheke, Arztpraxen und ein Restaurant mit einer Küche, die den „Kantinenstandard“ weit übertrifft. Zudem gibt es hier Veranstaltungsräume mit vielfältigen kulturellen Highlights, etwa Konzert- und Theaterabende.

Die Seniorenresidenzen sind sicherlich die „Luxus“-Alternative, wenn es um altersgerechtes Wohnen geht. Die hohen Kosten ermöglichen es jedoch nur einer wohlhabenden Klientel, hier ihren Lebensabend zu verbringen.

Pflegeheim

Ist ein Mensch körperlich oder geistig nicht mehr in der Lage, seinen Haushalt eigenständig zu führen und gibt es auch keine Angehörigen, die pflegend einspringen können, so kommt die Unterbringung in einem Pflegeheim infrage. Neben Unterkunft und Verpflegung erfahren die Bewohner die notwendige professionelle Pflege und soziale Betreuung durch Fachkräfte.

Die Leistungen werden in Zusammenarbeit mit der Pflegekasse abgerechnet, wobei hier die entsprechende Pflegestufe des Bewohners für die finanziellen Leistungen ausschlaggebend ist. Hilfsbedürftige Bewohner erhalten rund um die Uhr medizinische und pflegerische Betreuung. Hinzu kommen in der Regel unterschiedliche Kontakt- und Freizeitmöglichkeiten, die auf die Fähigkeiten der Pflegebedürftigen abgestimmt sind und dafür sorgen sollen, dass die Menschen aus ihrer häufig isolierten Situation herauskommen und im Tagesablauf Abwechslung haben.

Neue Wohnformen für Senioren

Mittlerweile haben sich auch Modelle für altersgerechtes Wohnen etabliert, die jenseits von Pflegeheim und betreutem Wohnen sehr gut funktionieren. Beispielsweise das Mehrgenerationenhaus oder die Senioren-WG. Hier überzeugt die Mischung von Jung und Alt im Mehrgenerationenhaus oder die Gemeinschaft in der Senioren-WG aus gesundheitlich fitten Senioren und denjenigen, die in ihrem Alltag Hilfe benötigen. 

Mehrgenerationen-Wohnen

Das Mehrgenerationen-Wohnen vereint oft mehrere Generationen einer Familie unter einem Dach oder es leben Generationen verschiedener Familien in einem Haus. Welche Variante auch interessanter sein mag – es profitieren alle Parteien. Die jüngeren Bewohner können den älteren bei deren täglichen Aufgaben unterstützen, für sie Erledigungen machen oder sie zu einem Arzttermin fahren. 

Mehrgenerationen-Wohnen für Familien

Es sind prinzipiell die Hilfeleistungen, die teilweise auch die ambulanten Dienste übernehmen könnten. Im nachbarschaftlichen Miteinander ist dies angenehmer, da sich die Bewohner des Hauses kennen und es nicht fremde Menschen sind, die hier helfen.

Grundsätzlich ist das Mehrgenerationen-Wohnen eine moderne Version des früher üblichen bäuerlichen Lebens von Großfamilien unter einem Dach. Durch gegenseitiges Unterstützen wurde jedem Familienmitglied geholfen und niemand außer Acht gelassen. Enkel waren gespannt, wenn ihnen die Großeltern eine interessante Geschichte erzählten und profitierten von der Lebenserfahrung aus erster Hand. Die Großeltern hingegen waren sich einer rund-um-die-Uhr Unterstützung in allen Lagen sicher.

Die Gemeinschaft und der Austausch sind auch der geistigen Gesundheit im Alter zuträglich und können bei der Demenzvorbeugung helfen. Mehrere Generationen unter einem Dach – das fordert und hält mental fit.

Senioren-WG

Bei der Senioren-WG kommt es vor allem auf die richtige Mischung der Bewohner an. Diese kann aus körperlich fitten und selbstständigen wie zu einem kleineren Anteil aus hilfsbedürftigen Personen bestehen, sodass man sich auch gegenseitig unterstützen kann. Der Vorteil einer Senioren-WG: Man sitzt quasi in einem Boot, hat ähnliche Einschränkungen, im Idealfall ähnliche Interessen und vor allem viel Verständnis füreinander und die jeweilige persönliche Situation.

Oft bilden sich Senioren-WGs aus alten, jahrzehntelang bestehenden Freundschaften, bei denen sich alle Beteiligten ganz bewusst für diese Wohnform entscheiden. Man kennt sich schon lange und teilt viele Interessen miteinander. Wenn solche Beziehungen bestehen, ist diese Art des Wohnens und Lebens bestimmt eine, bei der keine Langeweile aufkommt.

Die berechtigte Frage ist hier: Warum soll eine WG mit Senioren nicht auch so gut funktionieren wie mit jungen Studenten oder Azubis? Sicherlich eine interessante Möglichkeit für ein barrierefreies Leben.

Wohnen ohne Hindernisse: Barrierefreies Wohnen

Barrierefreies Wohnen im Alter

Wenn die Beweglichkeit im Alter nachlässt und man zunehmend unsicher auf seinen Beinen unterwegs ist, rücken Begriffe wie barrierefreies und altersgerechtes Wohnen in den Fokus. Es wird damit immer wichtiger, dass die eigene Wohnsituation auf die eingeschränkten körperlichen Fähigkeiten hin ausgerichtet und angepasst wird. 

Was bedeutet barrierefreies Wohnen?

Barrierefreies Wohnen bedeutet, dass die Wohnung auf die Bedürfnisse von Senioren oder Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen zugeschnitten ist, d. h. dass diese trotz ihrer Mobilitätseinschränkung weitgehend eigenständig und unabhängig wohnen können.

Barrierefreiheit beginnt nicht erst in der Wohnung, sondern bereits beim barrierefreien Eingangsbereich und Hausflur. Die Frage ist: gibt es einen Fahrstuhl? Er ist für Senioren und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen die ideale Lösung, gerade wenn sie in höheren Etagen eines Hauses wohnen. Eine barrierefreie Einrichtung setzt voraus, dass vor wichtigen Einrichtungsgegenständen eine ausreichende Bewegungsfläche vorhanden ist. So wird ein ungehinderter Zugang zu Möbeln auch dann möglich, wenn der Bewohner beispielsweise im Rollstuhl sitzt oder einen Rollator nutzt.

Wie groß Bewegungsflächen sein sollten, wird auch durch DIN-Normen in Bauverordnungen festgelegt. Sie bieten für alle Bereiche der Wohnung eine gute Orientierung, was die Anforderungen an ein altersgerechtes Wohnen betrifft.

Zudem gehört ein entsprechend angepasstes barrierefreies Bad und eine barrierefreie Küche zu den wichtigen Kriterien einer barrierefreien Einrichtung, um eine möglichst große Selbstständigkeit zu gewährleisten. Schließlich möchte jeder Mensch möglichst in seiner vertrauten Umgebung wohnen bleiben.

Dicke Teppiche können schnell zu Stolperfallen werden, darum ist ihre Verwendung nicht vorteilhaft.

Bewohner sollten auch stets auf eine ausreichende Beleuchtung im gesamten Wohnbereich achten, damit keine potenziellen Stolperfallen übersehen werden. Die Anforderungen zum Wohnen im Alter sehen neben der Zugänglichkeit aller Wohnbereiche und der Bedienbarkeit notwendiger Technik vor allem auch die Sturzprophylaxe vor. Das ist umso wichtiger, je unsicherer ein Mensch im Alter auf den Beinen unterwegs ist.

Gerade in Bezug auf das Wohnen im Alter bedeutet barrierefreies Wohnen weiterhin ein selbstbestimmtes Leben führen zu können und damit ein großes Stück Lebensqualität. Und diese Lebensqualität sollte, so lange es gesundheitlich geht, gegeben sein.

Barrierefreie Räume: So gestalten Sie Ihre eigenen vier Wände barrierefrei

Der Eingangsbereich

Ein paar Stufen vor der Haustür sehen hübsch aus, können aber im Alter zum echten Hindernis werden. Im Nachhinein ist es jedoch problemlos möglich, Eingangstreppen durch Geländer und Anti-Rutsch-Beläge sicherer zu machen oder sie mit einem Außenlift zu versehen. Ob die wichtigsten Anforderungen für einen barrierefreien Eingangsbereich und Hausflur bereits erfüllt sind, klären Sie ganz einfach und schnell mit unserem Barrierefreiheit-Test für Eingang und Hausflur.

Barrierefreier Eingangsbereich

Rampen und Handläufe

Im Eingangsbereich von Häusern sorgen beispielweise Rampen für einen barrierefreien Zugang. Bewohner mit Rollator oder Rollstuhl sind so in der Lage, die Haustür problemlos zu erreichen. Auch ein Handlauf kann Menschen im Alter bereits ausreichend Halt und damit die nötige Sicherheit geben, alleine zur Haustür zu gelangen.

Hublift für den Eingangsbereich

Um Höhenunterschiede vor einem Gebäude zu überwinden, können Hublifte zum Einsatz kommen. Sie werden häufig direkt neben den Treppen positioniert und sind einfach und ohne großen Aufwand installierbar. Lediglich eine ausreichend große Stellfläche und ein ebener, fester Untergrund sind nötig. Hublifte bieten mit ihrer auffahrbaren Plattform eine ideale Hilfe für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Gehhilfen. Diese Lifte verlaufen rein vertikal und transportieren Nutzer in geringere Höhen bis zu 1,80 m. Da vor Hauseingängen oft nur wenige Treppen und damit geringe Höhenunterschiede zu überwinden sind, ist ein Hublift hier die perfekte Wahl, um einen barrierefreien Zugang zum Haus zu gewährleisten.

Sicher Treppen überwinden

Treppen im Alter sicher überwinden

Treppen bilden für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen das Hindernis Nummer 1. Sie sind auch ein Schwerpunkt in der Unfallstatistik. Insbesondere Schmerzen im Knie oder anderen Gelenken machen Treppensteigen im Alter immer schwieriger. Barrierefreies Wohnen bedeutet für den Flur eines Mehrfamilienhauses, dass ein Aufzug vorhanden sein muss.

In Privathäusern stellt ein Treppenlift eine gute Lösung dar, um Treppen sicher und komfortabel zu überwinden und einen Zugang zu den oberen Etagen zu schaffen. Egal, ob Ihr Haus eine gerade, eine kurvige, eine L-förmige oder U-förmige Treppe hat – Treppenlifte verbinden zuverlässig auch mehrere Etagen miteinander und ermöglichen ein sorgenfreies Wohnen.

Die Diele

Die barrierefreie Diele ist ein oft vernachlässigter Aspekt für das Wohnen im Alter. Der Wohnungsflur sollte Menschen mit Gehhilfen wie auch Rollstuhlfahrern genügend Platz bieten. Garderoben oder andere Möbel sollten nicht den Weg verbauen und auch für einen Rollstuhlfahrer gut erreichbar sein. Zusätzliche Sicherheit bei längeren Dielen bietet ein Handlauf.

Das Badezimmer

Im Bad sorgen bereits kleine Hilfsmittel dafür, dass eine selbstständige Nutzung und Pflege lange möglich bleibt. Wichtig ist, gerade auf gefliestem Boden und möglicherweise feuchten Oberflächen, Haltegriffe und Anti-Rutsch-Beläge zu verwenden, um für Sicherheit zu sorgen. Ist die Nutzung eines Rollstuhls unumgänglich, sind möglicherweise Umbaumaßnahmen vonnöten. Ein Rollstuhlfahrer benötigt einen Platzbedarf von 150 x 150 cm, um sich ausreichend drehen und wenden zu können (DIN 18040 – 2), Nutzer mit Rollator kommen dagegen mit 120 x 120 cm aus. 

Barrierefreies Badezimmer

Die Küche

Die Anpassung zu einer altersgerechten, barrierefreien Küche kann kostspielig sein. Doch auch mit kleinen Veränderungen in Ausstattung und eigenem Verhalten sind bereits große Effekte zu erzielen: Versuchen Sie grundsätzlich, viele Tätigkeiten sitzend auszuführen. Ein Stehhocker für die Küche schont Rücken und Gelenke und bietet Ihnen zusätzliche Sicherheit. Optimieren Sie den vorhandenen Platz, organisieren Sie die Dinge, die Sie täglich brauchen, an einer zentralen, gut zugänglichen Stelle, ohne dass Sie sich stark strecken oder auf einen Hocker steigen müssen.

Planen Sie einen größeren Umbau, gibt es viele Möglichkeiten und raffinierte Hilfen, die Ihre Küche und somit das Wohnen sicherer und barrierefrei machen. Dazu gehören z. B. ein Handlauf entlang der Arbeitsplatte, ein in der Höhe variabler Arbeitstisch bzw. unterfahrbare Arbeitsplatte, Hängeschränke mit Glastüren oder einfach zugängliche, offene Regale. Auch Schubladen mit Leichtlauf-Vollauszügen, fahrbare Möbelelemente und praktische Auszugschränke sowie ein Backofen auf angepasster Bedienungshöhe helfen im Alltag.

Das Wohnzimmer

Das barrierefreie Wohnzimmer ist in der Regel ohne großen Aufwand altersgerecht zu gestalten. Stolperfallen, wie z. B. Teppichbrücken oder Kabel, lassen sich schnell beseitigen. Meistens ist auch schon der Austausch der Sitzmöbel gegen Polster mit einem festeren Kern für ein leichteres Aufstehen ein großer Schritt zu mehr Komfort im Alter.

Die Erhöhung der Sitzmöbel durch eine Standbeinverlängerung erleichtert das Wohnen im Alter und ist meist unproblematisch durch einen Schreiner durchzuführen. Achten Sie bei Möbeln für Senioren grundsätzlich auf einwandfreie Standsicherheit, Armstützen und Aufrichthilfen. Ablagen sollten gut erreichbar positioniert sein. Setzen Sie eine stufenlos regulierbare Lichtquelle ein, die gut ausleuchtet, aber nicht blendet. Achten Sie auch darauf, eventuelle Schwellen, z. B. zu Balkon oder Terrasse, zusätzlich zu sichern.

Das Schlafzimmer

Auch an ein barrierefreies Schlafzimmer sollte gedacht werden. Kleine Änderungen erleichtern den Alltag ungemein. Der Einbau einer absenkbaren Kleiderstange ist sinnvoll, damit Sie Ihre Kleidung schnell und einfach erreichen können. Ein höhenverstellbares Bett erleichtert den Ein- und Ausstieg enorm. Wichtig ist, dass Sie vom Bett aus möglichst alles für Sie notwendige erreichen können. Ein zweiter Telefonanschluss, ausreichend Ablagefläche und ein Lichtschalter direkt am Bett sind sicherlich ebenfalls sinnvoll.

Barrierefreier Umbau – so gehen Sie vor

Heutzutage ist „barrierefrei umbauen“ ein häufig gebrauchter Begriff. Immer mehr Senioren benötigen eine barrierefreie Wohnung, die ihrer eingeschränkten Mobilität gerecht wird. Barrierefrei umbauen bedeutet, dass beispielsweise vorhandene Barrieren oder Stufen abgebaut bzw. überwindbar angepasst werden, damit der Bewohner sicheren Zutritt und freie Nutzung zu jedem Bereich seiner Wohnung hat. Der Einsatz eines Rollstuhls oder von Gehhilfen wie einem Rollator beispielsweise erfordert  besonders viel Platz zum Manövrieren und breitere Türen, damit eine uneingeschränkte Bewegungsfreiheit auch in Räumen wie der Küche und einem barrierefreien Schlafzimmer gewährleistet ist. Es sind zahlreiche Aspekte, die ein altersgerechtes Wohnen erst ermöglichen.

Im Idealfall sollte ein barrierefreier Umbau langfristig geplant und bereits umgesetzt sein, bevor es im Alter zu den ersten ernsthaften Einschränkungen in der Mobilität kommt. Das ist aber leider eher die Ausnahme. Meist macht die eingeschränkte Gesundheit ein Umbauen kurzfristig notwendig. Dann sind plötzlich viele Aspekte auf einmal zu beachten.

Barrierefreier Umbau

5 Tipps, wie Sie Ihren Umbau auf einen sicheren Weg bringen

  1. Die Bestandsaufnahme: Erstellen Sie eine Liste mit den Änderungen, die für Sie wichtig sind. Setzen Sie Prioritäten. Was sollte zuerst und zuletzt erledigt werden? Lassen Sie sich von Angehörigen unterstützen.
  2. Beratung einholen: Nehmen Sie sich einen Profi dazu! Mit Hilfe erfahrener Berater können Sie Fehler bei der Planung ausschließen und sich wertvolle Tipps einholen. Es gibt viele Wohnberatungsstellen, die Hausbesuche anbieten.
  3. Die Finanzierung: Erstellen Sie einen Finanzplan. Welche Finanzmittel stehen zur Verfügung? Welche Fördermittel können Sie in Anspruch nehmen? Auch hier bieten Krankenkassen und unabhängige Beratungsstellen kompetente Unterstützung an.
  4. Finale Planung: Unter Berücksichtigung des zur Verfügung stehenden Budgets und der professionellen Beratung können Sie nun Ihre Planung finalisieren.
  5. Handwerker beauftragen: Achten Sie darauf, Handwerker zu engagieren, die nachweislich Erfahrung im altersgerechten Umbau haben. Eine Hilfe ist dabei das Markenzeichen „Generationenfreundlicher Betrieb“, welches nur durch die Handwerkskammern zertifizierte Unternehmen tragen dürfen.

Gibt es Förderungen für den barrierefreien Umbau?

Förderungen für den barrierefreien Umbau

Eine altersgerechte und damit barrierefreie Wohnung erfordert viele Voraussetzungen. Da ist einmal der stufenlose Zugang zu allen Bereichen, der ein selbstständiges Wohnen im Alter ermöglicht.

Das Problem: Viele Bewohner haben keine barrierefreie Wohnung und ein Umbau würde ihren finanziellen Spielraum überschreiten. Für alle diese Senioren gibt es zahlreiche Möglichkeiten zur Förderung des barrierefreien Wohnens, die einen nicht unerheblichen Teil der Kosten abdecken und damit Änderungen zu mehr Barrierefreiheit ermöglichen.

Zur barrierefreien Gestaltung des eigenen Zuhauses ist oftmals viel Planung notwendig. Da ist es gut, dass es umfangreiche professionelle Unterstützung bei der Planung für eine altersgerechte Anpassung der eigenen Wohnung bei bundesweit ca. 250 Wohnberatungsstellen gibt. Diese informieren meist kostenlos und helfen auch dabei, Anträge auf Förderung zu stellen. Eine weitere Anlaufstelle bilden die Kommunen mit ihren Ämtern für Wohnungswesen. Auch städtische Bauvereine leisten Beratung und nehmen suchende Senioren auf Kandidaten-Listen für die Vergabe von altersgerechten Wohnungen.

Zusammenfassung

Welche Wohnform für Menschen im Alter auch infrage kommt - alle diese Varianten vereint der Gedanke der gegenseitigen Unterstützung und Hilfe bei der Bewältigung des Alltags. Es geht hier natürlich auch um Barrierefreiheit, aber noch viel wichtiger ist der soziale Aspekt und damit das Leben von Gemeinschaft, die der Vereinsamung von alten Menschen vorbeugt und ihnen das gute Gefühl gibt, als Person gebraucht zu werden und dass sie für die nächste Generation wichtig sind.

In gewisser Weise sind Wohnformen wie das Generationen-Wohnen oder die Senioren-WG die Besinnung auf traditionelle Werte unserer Gemeinschaft, wie sie früher in den Großfamilien immer vorgelebt worden ist. Wenn aufeinander geachtet wird und man sich hilft, ist das ein Gewinn an Lebensqualität – und das gerade im Alter. Wohnformen wie diese beugen der Anonymität und Isolation in Großstädten vor und sorgen für ein menschliches Miteinander.


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