Ihre Situation

Begegnungen in der Pflegeberatungsstelle Bad Honnef

Als Reaktion auf den zunehmenden Informationsbedarf und den demografischen Wandel wurde bei der Stadt Honnef eine eigene Senioren- und Pflegeberatungsstelle eingerichtet. Hier erhalten Bürgerinnen und Bürger vielfältige Unterstützung bei verschiedenen Fragen und Anliegen rund um die Verbesserung der Lebensqualität älterer Menschen.

Dies können beispielsweise Hilfestellungen im Umgang mit Behörden und Institutionen sein, aber auch Informationsangebote zu den Themen Wohnen und Pflege. Auch Angehörige, die sich möglicherweise mit der Pflege überfordert fühlen, erhalten hier Beratung und praktische Hilfsangebote.

Der Treppenlift-Ratgeber sprach mit Iris Schwarz über Aufgaben der kommunalen Pflegeberatung und Problemlagen in der Pflege.

Seniorenbeauftragte Iris Schwarz

Iris Schwarz ist Beauftragte für Senioren und Menschen mit Behinderung der Stadt Bad Honnef.

Treppenlift-Ratgeber: Frau Schwarz, seit März 2008 nehmen Sie die Aufgabe der kommunalen Pflegeberatung bei der Stadt Bad Honnef wahr. Welche Personengruppen kommen zu Ihnen bzw. für wen sind Sie zuständig?

Iris Schwarz: Grundsätzlich unterscheide ich zwei Gruppen: Persönlich betroffene Menschen und die große Gruppe der Angehörigen, Nachbarn oder sonstigen nahe stehenden Personen, die für Betroffene, die dies vielleicht selbst nicht machen können oder möchten, um Hilfe nachfragt. Der aktuelle Wohnort spielt dabei zunächst keine Rolle.

Treppenlift-Ratgeber: Wieso?

Iris Schwarz: Denken wir an eine Tochter, in Berlin lebend, die für ihre in Bad Honnef allein lebende Mutter einen ambulanten Pflegedienst oder einen Mahlzeitendienst sucht. Oder umgekehrt: Eine in Bad Honnef lebende Person interessiert sich für ein Pflegeheim in der Nähe der Kinder, die außerhalb von Bad Honnef leben. Da suche ich gerne in der gewünschten Umgebung Adressen heraus oder stelle den Kontakt zu einer Pflegeberatung in der gewünschten Region her.

Treppenlift-Ratgeber: Mit welchen Problemlagen werden Sie bei Ihrer Tätigkeit hauptsächlich konfrontiert?

Iris Schwarz: Die sind sehr unterschiedlich. Eine immer größere Rolle spielt das Thema Demenz. Es gibt auch vermehrt Anfragen zu sogenannten komplementären Diensten (Mahlzeitendienste, Hausnotruf, Seniorenbetreuung) und der Finanzierung von Pflege durch Pflegedienste oder bei einem drohenden Heimaufenthalt. Ungebrochen ist die Nachfrage nach (barrierefreiem) Wohnraum und/oder betreutem Wohnen.

Treppenlift-Ratgeber: Stichwort Pflege – Ist Ihrer Meinung nach der „Pflegenotstand“ in Bad Honnef ein Thema?

Iris Schwarz: In der letzten Zeit erhalte ich hin und wieder von Betroffenen Rückmeldungen, dass Pflege- und/oder Betreuungsdienste Anfragen wegen fehlender personeller Kapazitäten ablehnen mussten. Bisher konnte ich den anfragenden Personen aber immer noch alternative Adressen für ihr Anliegen liefern.

Treppenlift-Ratgeber: Wie muss man sich so ein Beratungsgespräch bei Ihnen vorstellen?

Iris Schwarz: Zunächst geht es darum zu erfassen, welche Problemlage überhaupt vorliegt, denn oft wissen die Betreffenden selbst nicht so genau, was sie konkret fragen möchten oder sollten. Sie wissen nur eines: Sie benötigen Hilfe. Typisch sind einleitende Sätze wie: „Ich weiß gar nicht, ob ich bei Ihnen richtig bin, …ob Sie mir überhaupt helfen können“ oder „Ich habe ein Problem und weiß nicht, wo ich eigentlich anfangen soll“.

Dann ist erst mal Geduld gefragt, denn viele Menschen holen sehr weit aus, verlieren sich in Details. Wichtig ist es deshalb, das Gespräch behutsam zu leiten und dabei die bedeutsamen Fakten zusammen zu tragen, um zu einem Gesamtbild zu kommen. Dabei ist die anfragende Person unbedingt ernst zu nehmen und ihr das auch zu vermitteln.

Bei überforderten pflegenden Angehörigen kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu: Eine wertschätzende Haltung für deren Arbeit und natürlich auch Empathie sind unerlässlich bei der Senioren- und Pflegeberatung. In manchen Fällen muss ich auch an die Pflegepersonen appellieren, bei aller verständlichen Sorge um ihre Angehörigen mal an sich zu denken und Entlastungsmöglichkeiten tatsächlich auch wahrzunehmen.

Treppenlift-Ratgeber: Benötige ich für ein persönliches Gespräch einen Termin?

Iris Schwarz: Da ich viel in Besprechungen oder auch dienstlich außer Haus bin, kann es sein, dass zufällige Besucher/innen mich nicht antreffen, oder ich leider nicht die erforderliche Zeit für die Person aufbringen kann. Daher ist es sinnvoll, vorab einen Termin zu vereinbaren. In einigen Fällen, wo es eher um konkrete Auskünfte geht, reicht meist schon ein Telefongespräch aus und der Besuch in der Pflegeberatung ist entbehrlich.

Treppenlift-Ratgeber: Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für dieses Interview genommen haben!

Weitere Informationen zur Senioren- und Pflegeberatung in Bad Honnef finden Sie unter:
www.bad-honnef.de

Eine Terminvereinbarung ist möglich unter:

Tel. 02224/184-140
E-Mail: iris.schwarz@bad-honnef.de

Das könnte Sie auch interessieren

Treppen einfach und selbstständig überwinden.

Mehr zur Anschaffung eines Treppenlifts

Mehr zur Vermittlung von Betreuungskräften.

Zum Interview

Pflegehilfsmittel erleichtern die häusliche Pflege.

Mehr zu Pflegehilfsmitteln

© 2017 Ratgeber Treppenlift GmbH