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SES – Senior Experten Service

Der Senior Experten Service (SES) – die Stiftung der Deutschen Wirtschaft für internationale Zusammenarbeit – ist die führende deutsche Entsendeorganisation für ehrenamtliche Fach- und Führungskräfte im Ruhestand oder einer beruflichen Auszeit. Seit 1983 gibt der SES weltweit Hilfe zur Selbsthilfe.

Der SES hat seinen Sitz in Bonn. Er unterhält Büros in ganz Deutschland und wird Repräsentantinnen und Repräsentanten in 90 weiteren Ländern vertreten. Seit 1983 hat der SES über 40.000 Einsätze durchgeführt, etwa ein Drittel davon in Deutschland. Zurzeit sind beim SES mehr als 12.000 Expertinnen und Experten aus allen kaufmännischen, technischen, handwerklichen, medizinischen und sozialen Berufen registriert. Ihr Durchschnittsalter liegt bei 70 Jahren, der Frauenanteil bei 17 Prozent.

Träger des SES sind die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft: der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH). Finanzielle Unterstützung erhält der SES vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Heike Nasdala von SES im Portrait

Dr. Heike Nasdala ist seit 2009 Pressesprecherin des SES und leitet dort die Stabstelle Kommunikation. Sie ist Kunsthistorikerin und hat eine journalistische Ausbildung in einer internationalen Nachrichtenagentur absolviert.

Der Treppenlift-Ratgeber.de sprach mit Dr. Heike Nasdala über Ideen und Ziele hinter Senior Experten Service (SES).

Treppenlift-Ratgeber: Welche Idee verfolgt der SES und was sind seine Ziele?

Dr. Heike Nasdala: Kurz gesagt: Wir bringen Wissen in die Welt. Formaler gesprochen: Der SES ist die größte deutsche Entsendeorganisation für ehrenamtliche Fach- und Führungskräfte im Ruhestand oder in einer beruflichen Auszeit. Zurzeit sind bei uns etwa 12.000 Expertinnen und Experten aus etwa 50 Branchen und über 500 Berufsfeldern registriert. Unsere Aufgabe ist es, diese Fachleute in Entwicklungs- und Schwellenländer, aber auch innerhalb Deutschlands zu entsenden.

In Deutschland machen wir uns vor allem für die Nachwuchsförderung stark. In diesem Zusammenhang ist unsere Initiative VerA hervorzuheben, ein bundesweites und überaus erfolgreiches Mentoren-Programm zur Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen. Drei Dinge sind wichtig:

  • Alle unsere Experteneinsätze folgen dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe,
  • sie finden grundsätzlich ehrenamtlich statt,
  • und sie kommen immer auf ausdrücklichen Wunsch des ‚Nutznießers‘ oder Auftraggebers zustande.

Treppenlift-Ratgeber: Wie sieht die Arbeit des SES in der Praxis aus?

Dr. Heike Nasdala: Die Expertinnen und Experten des SES sind jedes Jahr in mehr als 90 Ländern tätig. Besonders hoch ist die Nachfrage derzeit aus Afrika, Asien, Lateinamerika und aus Deutschland.

Wenn bei uns eine Einsatzanfrage eingeht, überprüfen wir, ob bei uns eine Expertin oder ein Experte mit der gewünschten Qualifikation registriert ist. Erfreulicherweise ist das in der Regel der Fall.

SES Einsatz in Afrika

Dann beginnt die Einsatzvorbereitung: Termine müssen abgesprochen und festgelegt werden und, wenn es ins Ausland geht, sind Flugreisen zu buchen, Visumsangelegenheiten zu klären und ausführliche Planungsgespräche zu führen. Dann kann der Einsatz stattfinden. Im Ausland sind unsere Expertinnen und Experten im Schnitt für vier bis sechs Wochen aktiv, in Deutschland meist länger, dies aber stunden- oder tageweise.

Treppenlift-Ratgeber: Wie kann die Gesellschaft künftig besser vom beruflichen und persönlichen Erfahrungsschatz älterer Menschen profitieren?

Dr. Heike Nasdala: Hier ist sicher mehr Wertschätzung gefragt. Ich hoffe sehr, dass sich die Erkenntnis durchsetzt, dass vom gegenseitigen Austausch zwischen Jung und Alt stets beide Seiten profitieren. Dass das Wissen der Generation Ruhestand viel bewirkt, sehen wir an unserem Erfolg und den seit Jahren steigenden Einsatzzahlen. Aber auch bei einigen deutschen Unternehmen könnte ein Umdenken eingesetzt haben. Vor nicht allzu langer Zeit machten Meldungen Schlagzeilen, diese oder jene Firma hole „ihre Rentner zurück“.

Treppenlift-Ratgeber: Ist es möglich, sich in Ihre Arbeit mit einzubringen? Was müssen interessierte Leserinnen und Leser tun, um SES-Experte zu werden?

Dr. Heike Nasdala: Oh ja. Wir suchen ständig Expertennachwuchs aus allen Berufen. Fachleute mit Interesse am Ehrenamt sind herzlich eingeladen, sich bei uns registrieren zu lassen. Über die jeweiligen Einsatzchancen entscheiden die Nachfrage, die fachliche Kompetenz und – mit Blick auf Einsätze im Ausland – auch die Fremdsprachenkenntnisse. Wer nicht nur Englisch, sondern auch Französisch oder vielleicht sogar Spanisch oder Portugiesisch spricht, den tragen wir auf Händen. Selbstverständlich können unsere Expertinnen und Experten angeben, ob sie sich im Ausland oder in Deutschland engagieren möchten. Ebenso selbstverständlich ist, dass ihnen keine Kosten entstehen, weder durch die Registrierung noch im Einsatz.

Treppenlift-Ratgeber: Frau Dr. Nasdala, wir bedanken uns herzlich für das Interview!

Alle Infos zur Stiftung finden Sie unter:

www.ses-bonn.de

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