Leben mit Behinderung

Wohnformen für Menschen mit Behinderung

Es stehen verschiedene Wohnformen für Menschen mit Behinderung zur Auswahl. Zentral ist dabei immer der Gedanke des barrierefreien und selbstbestimmten Wohnens und die Unterstützung – natürlich angepasst an den Grad der Behinderung. Wir stellen Ihnen auf dieser Seite mehrere interessante Wohnmöglichkeiten vor und unterscheiden dabei zwischen ambulant betreuten und stationären Wohnformen.

Ambulant betreutes Wohnen

Ambulant betreutes Wohnen als Wohnform für Menschen mit Behinderung

Als ambulant betreutes Wohnen bezeichnet man solche Wohnformen, in denen beispielsweise Menschen mit geistiger und/oder körperlicher Behinderung regelmäßigen Besuch von Pflege- oder sozialen Kräften bekommen, die sie im Alltag unterstützen. Die Hilfestellung durch den Dienst erfolgt bei dieser Wohnform nicht rund um die Uhr. Ambulant betreutes Wohnen ist weniger kostenintensiv als stationäre Formen.

Wir stellen Ihnen drei mögliche ambulant betreute Wohnformen für Menschen mit Behinderung vor:

Die eigene Wohnung

Die eigenständigste Wohnform für Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung ist sicherlich die eigene Wohnung. Dank moderner Betreuungskonzepte können sich erwachsene Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung diesen Traum erfüllen. Soziale Träger bieten dafür ein „ambulant unterstütztes Wohnen“ oder „ambulant betreutes Wohnen“. Innerhalb dieser Programme begleiten Mitarbeiter eines Dienstes die Menschen mit Handicap auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit. Sie kommen stundenweise in die Wohnung und unterstützen dort, wo Hilfe nötig ist. Das Leistungsangebot richtet sich grundsätzlich nach den persönlichen Bedürfnissen und den individuellen Kompetenzen der Hilfsbedürftigen. Das selbstbestimmte Leben steht dabei immer im Vordergrund.

Leistungen und Hilfestellungen sind in verschiedenen Bereichen möglich:

  • Hilfe beim Umzug
  • Niederschwellige Erreichbarkeit (Notfalltelefon)
  • Haupteinsatzzeit (Nachmittag, Abendbereich, Wochenenden)
  • Informelle Unterstützungsnetzwerke
  • Beratungs- und Austauschmöglichkeiten für Angehörige

Die Wohngruppe

In diesen Spezialangeboten leben geistig oder körperlich bzw. geistig-körperlich behinderte Menschen mit nicht-behinderten zusammen in barrierefrei konzipierten Räumlichkeiten. Wohngruppen können aber auch ausschließlich aus behinderten Personen bestehen. Ein ambulanter Betreuungsdienst bietet den Bewohnern die erforderlichen Hilfen im Alltag. Wohngruppen sind ideal für Betroffene, die tendenziell selbstständig sind, aber eine Einzelwohnung nicht alleine bewohnen können. Sie ermöglichen vor allem einen guten Sozialkontakt und menschliche Nähe.

Eine Wohngruppe mit amulanter Betreuung

Wohnen in Gastfamilien

Eine weitere Wohnform für Menschen mit Behinderung bietet das betreute Wohnen in Gastfamilien. Diese Wohnform soll erwachsenen Menschen mit Behinderung eine individuelle Betreuung bieten mit dem Ziel, die Inklusion und Teilhabe zu fördern. Entsprechend den individuellen Möglichkeiten fördert diese Wohnform die Selbstständigkeit. Die familienbezogene Begleitung erfolgt durch die Mitglieder der Gastfamilie sowie Mitarbeiter eines Dienstes. Auch hier sind barrierefreie Wohnräume für ein behindertengerechtes Wohnen erforderlich.

Stationäre Wohnformen

Neben ambulant betreuten Wohnformen gibt es auch stationäre Angebote. Innerhalb dieser Wohnformen für Menschen mit geistiger und körperlicher oder mehrfacher Behinderung finden diejenigen ein Zuhause, die keinen eigenen Haushalt führen und auch nicht mit ihrer Familie wohnen können oder wollen. Die wichtigsten Wohnformen für Menschen mit Behinderung in diesem Bereich sind:

Wohnheime

Wohnheime bieten Unterkunft, Betreuung, Verpflegung und Pflege rund um die Uhr, an sieben Tagen in der Woche. Dabei können unterschiedliche Heime verschiedenartige Schwerpunkte haben: In einer Einrichtung steht beispielsweise die Mobilität der Personen im Vordergrund, während in anderen Einrichtungen die Verhaltensauffälligkeiten eine große Rolle spielt. Generell leben die Bewohner in Wohngruppen zusammen und mit jeweils festen Bezugspersonen.

Das Wohnheim als Wohnform für eingeschränkte Menschen

Diese unterstützen die Menschen entsprechend ihrer individuellen Möglichkeiten und helfen ihnen bei der Bewältigung von persönlichen Angelegenheiten. Die Aufenthaltsdauer in einem Wohnheim ist zunächst nicht begrenzt, eine Wiedereingliederung in das allgemeine gesellschaftliche Leben bleibt jedoch als Ziel bestehen.

Pflegeheime

Pflegeheime bzw. Wohnpflegeheime sind ebenfalls vollstationäre Wohnformen für Menschen mit Behinderung, jedoch steht bei diesen Angeboten die Pflege im Vordergrund. Es handelt sich um Einrichtungen, in denen Pflegebedürftige unter ständiger Verantwortung einer ausgebildeten Pflegefachkraft ganztägig gepflegt werden. Generell wollen Wohnpflegeheime den Klienten mit komplexem Hilfebedarf ein Zuhause zum Wohlfühlen, Entspannen und Erleben bereitstellen.

 

 

Gegenüberstellung „ambulant betreutes Wohnen“ und „stationäre Wohnformen“

Das Wohnen in der vertrauten Umgebung ist ein wesentlicher Vorteil des ambulant betreuten Wohnens. Die Betroffenen brauchen sich nicht an ein neues Umfeld zu gewöhnen, was bei manchen schnell zu Stresssituationen führen kann. Bei stationären Wohnformen ist der soziale Aspekt des menschlichen Miteinanders von Vorteil. Hier können neue Freundschaften geschlossen werden. Bewohner mit gleichen Interessen treffen sich zur gemeinsamen Freizeitgestaltung oder unterstützen und ergänzen sich bei verschiedenen Tätigkeiten.

Stationäre Wohnformen richten sich an Menschen, die einen höheren Pflegebedarf haben. Ambulant betreutes Wohnen hingegen wird von Menschen mit Behinderungen genutzt, die einen geringeren Pflegebedarf haben und die eher sporadisch beispielsweise Unterstützung beim Einkaufen oder ähnlichem benötigen. So wird das Wohnen mit Behinderung im Alltag erleichtert.


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