Wohnen im Alter

Barrierefreies Wohnen

Wenn die Beweglichkeit im Alter nachlässt und man zunehmend unsicher auf seinen Beinen unterwegs ist, rücken Begriffe wie barrierefreies und altersgerechtes Wohnen in den Fokus. Es wird damit immer wichtiger, dass die eigene Wohnsituation auf die eingeschränkten körperlichen Fähigkeiten hin ausgerichtet und angepasst wird.

Barrierefrei wohnen

Was heißt barrierefreies Wohnen?

Barrierefreies Wohnen bedeutet, dass die Wohnung auf die Bedürfnisse von Senioren oder Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen zugeschnitten ist, d. h. dass diese trotz ihrer Mobilitätseinschränkung weitgehend eigenständig und unabhängig wohnen können. Dazu gehört neben einem entsprechend angepassten barrierefreien Bad auch eine barrierefreie Küche um eine möglichst große Selbstständigkeit zu gewährleisten. Schließlich möchte jeder Mensch möglichst in seiner vertrauten Umgebung wohnen bleiben. Gerade in Bezug auf das Wohnen im Alter bedeutet barrierefreies Wohnen weiterhin ein selbstbestimmtes Leben führen zu können und damit ein großes Stück Lebensqualität. Und diese Lebensqualität sollte, so lange es gesundheitlich geht, gegeben sein.

Wann ist eine Wohnung barrierefrei?

Es sind viele Aspekte zu beachten, wenn eine Wohnung barrierefrei eingerichtet werden soll. Das beginnt nicht erst in der Wohnung, sondern bereits beim barrierefreien Eingangsbereich und Hausflur. Die Frage ist: gibt es einen Fahrstuhl? Er ist für Senioren und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen die ideale Lösung, gerade wenn sie in höheren Etagen eines Hauses wohnen. Die genauen Aspekte einer barrierefreien Wohnung sind in Deutschland nach DIN präzise geregelt.

DIN-Norm "Barrierefreie Wohnungen"

Es gibt im deutschen Bausektor für alles eine DIN-Norm, so auch für die Kategorie der „barrierefreien Wohnung“, es handelt sich hier um die DIN 18025/2. Die Norm DIN 18025/1 gibt hingegen die Richtlinien für die Wohnungen von Rollstuhlbenutzern vor. Hier soll es jedoch um die DIN 18025/2 gehen.

In der Norm wird festgehalten, dass innerhalb von barrierefreien Wohnungen Türen sowie Ein-, Auf- und Durchgänge ausreichend breit, hoch und stufenlos sein sollten, damit die Bewohner auch mit einer Gehhilfe – etwa einem Rollator – hindurch kommen.

Barrierefreies Wohnen

Die DIN 18025/2 schreibt hier eine Breite von mindestens 80 cm vor, für Rollstuhlbenutzer ist eine Breite von mindestens 90 cm erforderlich.

Das barrierefreie Badezimmer

Grundsätzlich ist im barrierefreien Bad ausreichend viel Raum vor dem Waschbecken, der Toilette, Dusche oder Badewanne nötig. Die DIN 18025/2 formuliert hier, dass der Duschplatz stufenlos begehbar sein muss. Um zum Beispiel Senioren ein Vollbad zu ermöglichen, gibt es Badewannen mit Einstieg oder einen an der Badewanne befestigten Lifter, der den Nutzer innerhalb der Badewanne komfortabel automatisch absenkt und anhebt. Hier muss der Einstieg vom Nutzer selbst bewältigt werden, was beschwerlich sein kann. Darum kommt für sehr bewegungseingeschränkte Personen eher eine Badewanne mit Einstieg in Frage.

Die einfache Nutzung der Toilette wird durch einen erhöhten Sitz und Haltegriffe in unmittelbarer Nähe gewährleistet. Auch sollten Haltegriffe an verschiedenen weiteren Stellen im Bad angebracht sein, um dem Nutzer einen sicheren Stand zu bieten. Bei einem gefliesten Boden ist darauf zu achten, dass rutschfeste Vorleger oder andere rutschfeste Beläge aufliegen, damit einem Sturz mit nassen Füssen vorgebeugt werden kann. Erfahren Sie mehr zu Hilfsmittel für Menschen mit Behinderung.

Weitere altersgerechte Wohnräume

Für alle anderen Zimmer und den Flur gilt in punkto barrierefreies Wohnen:

  • es muss genug Platz vorhanden sein, um einen Zugang mit Hilfsmitteln zu ermöglichen
  • das Erreichen von Lichtschaltern, Türklinken und anderen wichtigen Punkten muss einfach und stufenlos möglich sein 

Treppenlift zur Überwindung von Treppen

Verläuft die Wohnung über eine oder mehrere Etagen, so ist die Hilfe durch einen Treppenlift für bewegungseingeschränkte Menschen oft alternativlos. Ist er doch die bequeme und sichere Möglichkeit, Treppen zur nächsten Etage zu überwinden.

Sowohl ein Treppenlift als auch ein altersgerechter Umbau ermöglichen nicht nur barrierefreies Wohnen, sondern bringen auch Kosten mit sich, die viele potenzielle Nutzer nicht direkt leisten können. Darum gibt es Möglichkeiten, den Kauf eines Treppenliftes oder den Umbau mittels staatlicher Förderungen erheblich günstiger zu gestalten.

Welche Förderungen zum Thema „barrierefreies Wohnen“ gibt es?

Barrierefreies Bad

Ist die Anschaffung eines Treppenliftes geplant oder soll die Wohnung altersgerecht umgebaut werden, so können Interessenten bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Fördermittel beantragen. Hier geht es um das Programm „Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss (455)“. Dieser KfW-Zuschuss kann pro Wohneinheit bis zu 10% der förderfähigen Investitionskosten, maximal jedoch 5.000,- EUR betragen und ist damit eine attraktive Möglichkeit, die eigenen Kosten signifikant zu verringern und den Geldbeutel zu entlasten. Lassen Sie sich kostenfrei von Ihrem Treppenlift-Anbieter beraten.

Aktuell sind die Mittel des KfW-Zuschuss-Programms "Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss (455)“ für 2017 aufgebraucht. Ob 2018 neue Mittel bereitstehen, hat die KfW noch nicht  verkündet.

Ein weiterer Weg, eine Förderung für barrierefreies Wohnen zu erhalten, ist ein Zuschuss der Krankenkasse. Liegt ein Pflegegrad bei der Person vor, die den Treppenlift nutzen wird bzw. für die ein Umbau stattfindet, so kann bei der Pflegekasse ein Pflegekostenzuschuss beantragt werden, der pro Person bis zu € 4.000,- betragen kann.

Barrierefreies Wohnen braucht eine ausführliche Beratung

Neben den Zuschüssen durch die KfW oder der Pflegekasse gibt es auch noch regionale Fördermöglichkeiten und die Alternative der steuerlichen Absetzbarkeit. Auskunft dazu erteilen Ihnen Wohnberatungsstellen, Verbraucherzentralen in Ihrer Nähe oder zum Thema Treppenlifte die Treppenlift-Anbieter selbst. Diese bieten auch die Variante, Ihren Treppenlift zu finanzieren, zu mieten oder einen gebrauchten Treppenlift zu erwerben, um barrierefreies Wohnen zu attraktiveren finanziellen Konditionen zu ermöglichen.

Es gibt in Deutschland also zahlreiche Möglichkeiten, den Erwerb eines Treppenliftes oder den Umbau zu einer barrierefreien Wohnung wesentlich günstiger zu gestalten. Informieren Sie sich gründlich zu den Förderungen staatlicher Träger oder auch bei regionalen Stellen, die Zuschüsse oder zinsgünstige Darlehen bereitstellen. Damit können Sie Ihre Wohnung preiswerter barrierefrei umbauen und letztendlich in Ihren altersgerecht eingerichteten vier Wänden wesentlich länger wohnen bleiben als in einer „normalen“ Wohnung.

Der Vorteil liegt klar auf der Hand: Sie bleiben in Ihrer vertrauten Umgebung und müssen nicht schon frühzeitig aus Ihrem Zuhause ausziehen, wenn Sie Ihren Alltag mit barrierefreiem Wohnen und gegebenenfalls mit der Hilfe von externen Pflegediensten gut bewältigen können.

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