Wohnen im Alter

Selbstständig leben im Alter – auch während einer Ausnahmesituation

Ausnahmesituationen wie die aktuelle stellen uns vor neue Herausforderungen. Gerade im Alter ist es nicht immer einfach, aus seinen Gewohnheiten auszubrechen und Dinge anders anzugehen. Wenn wir eben nicht mehr einfach gedankenlos die Einkäufe im Supermarkt erledigen oder Besuch von den Enkeln empfangen können. Aber genau das eröffnet auch neue Chancen und Möglichkeiten.

Zudem rücken die Selbstständigkeit und Sicherheit in den eigenen vier Wänden noch stärker in den Fokus. Den Lebensalltag im Alter größtmöglich unabhängig gestalten zu können ist in der jetzigen Situation von entscheidendem Wert.

Wir haben für Sie die besten Tipps und Ideen zusammengestellt, wie Sie die aktuelle Situation bestmöglich meistern.

Kontakte ohne räumliche Nähe pflegen

Ist ein Besuch der Liebsten nicht möglich, kann auf kontaktlose Kommunikation zurückgegriffen werden. Ein Gespräch am Telefon oder ein Videochat ersetzt zwar nicht den direkten Besuch, ist jedoch eine gute Alternative, wenn ein Treffen ausgeschlossen ist.

Moderne Techniken zur Kommunikation

Moderne Mittel ermöglichen es, den Kontakt zu Familie und zu Freunden aufrechtzuerhalten. Mit dem Smartphone, dem Laptop oder PC ist es möglich, die Angehörigen virtuell zu sehen und mit ihnen zu sprechen. Eine tolle Gelegenheit, sich mit der Technik auseinanderzusetzen und vertraut zu machen, falls Sie damit bisher wenig zu tun hatten. Holen Sie sich Unterstützung von jemandem, der Ihnen bei der Installation entsprechender Software für Videochats – beispielsweise Skype, WhatsApp oder Apple Facetime – hilft und Ihnen diese erklärt.

Vielleicht kann Ihr Kind oder Enkelkind Sie am Telefon instruieren? Oder Sie lassen sich eine schriftliche Anleitung erstellen. Auch im Internet finden Sie zahlreiche Anleitungen und Videoerklärungen. Die meisten modernen Geräte sind heutzutage videofähig, sodass Sie wahrscheinlich bereits über eine Kamera verfügen, wenn Sie ein Smartphone oder ein Laptop besitzen. Ansonsten ist videofähige Technik günstig zu erstehen.

Rufen Sie Ihre Angehörigen an

Möchten Sie auf Video verzichten, kann auch ein einfacher Anruf genügen. Ein kurzes Gespräch hilft, weiterhin mit Angehörigen in Kontakt zu bleiben und sich nicht allein zu fühlen. Gerade die jüngere Generation hat ihr Smartphone oft parat und ist somit gut erreichbar, wenn Sie einen Rat wünschen oder einfach mit jemandem sprechen möchten. 

Greifen Sie auf Briefe zurück

Die einfache schriftliche Variante kann bei der kontaktlosen Kommunikation ebenfalls eine gute Lösung sein. Dabei können Sie alles loswerden, was Ihnen auf der Seele brennt. Zudem bildet der Weg zum Briefkasten eine gute Möglichkeit, um frische Luft zu bekommen und sich ein wenig zu bewegen. Ein handschriftlicher Brief kann besser aufbewahrt werden als ein digitales Gespräch und eignet sich deshalb gut, um Erinnerungen miteinander zu schaffen.

Fünf Ideen für den Alltag zu Hause

Abgesehen von der kontaktlosen Kommunikation gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, wie Sie den Alltag in den eigenen vier Wänden sinnvoll und spannend gestalten können. Hier finden Sie fünf Anregungen.

  1. Lassen Sie Erinnerungen aufleben: Kramen Sie alte Fotoalben heraus und versetzen Sie sich in die Situation zurück. Vielleicht können Sie Alben und Bilder auch neu sortieren oder zusammenstellen.
  2. Sortieren Sie aus: Über die Zeit sammeln sich ganz schöne viele Dinge an und Aussortieren nimmt oft einen größeren Zeitraum in Anspruch. Sind Sie an Ihr Zuhause gebunden und suchen eine Beschäftigung, sortieren Sie alte Sachen aus, die Sie nicht mehr brauchen. So schaffen Sie räumlichen und mentalen Platz.
  3. Gehen Sie einem Hobby nach: Egal ob Basteln, Lesen, Malen oder ein Spiel spielen: Lassen Sie ein altes Hobby wiederaufleben. Sollten Sie sich nicht sicher sein, was Sie machen können, hilft ein Gespräch mit einem Freund, um zu Inspiration zu finden.
  4. Machen Sie Gedächtnisübungen: Fit bleiben lohnt sich, nicht nur körperlich, sondern auch mental. Gedächtnistrainer helfen, geistig fit zu bleiben und sich sinnvoll zu beschäftigen. Online gibt es zahlreiche Trainings, die Sie nutzen können. Schauen Sie sich doch auch mal unseren Gesundheitskurs „Fit im Alter“ an. Hier finden Sie geistige als auch körperliche Übungen für jeden Tag.
  5. Schauen Sie sich Dokumentationen an:  Man lernt nicht aus – es lohnt sich, auch mal eine Dokumentation über ein Thema zu schauen, über das Sie sich vorher noch nie informiert haben.

Wohnraum altersgerecht gestalten

Jetzt ist die ideale Gelegenheit, an der Barrierefreiheit Ihres Wohnraums zu arbeiten. Denn diese ist wichtige Voraussetzung zur Selbstständigkeit in den eigenen vier Wänden.

Das bedeutet, dass alle Bereiche des Wohnraums ­­­­– auch mit Hilfsmitteln wie Rollstuhl oder Rollator – problemlos nutzbar sein sollten. Je nach Ausgangslage sind unterschiedliche Maßnahmen für ein altersgerechtes Wohnen notwendig.

Die genauen Bestimmungen zum barrierefreien Wohnen sind in der DIN 18040-2 der Technischen Baubestimmung festgehalten. Nicht immer sind jedoch aufwendige Umbaumaßnahmen notwendig.

Hier finden Sie einige Anregungen, wie Sie Ihren Wohnraum auch ohne große Baumaßnahmen altersgerecht gestalten können:

  • Ein höhenverstellbares Bett und Aufstehhilfen sind nützlich, damit das Schlafzimmer zur komfortablen Ruhezone wird.
  • Das Beseitigen von Stolperfallen wie Teppichkanten oder Kabel sorgt für höhere Sicherheit.
  • Im barrierefreien Bad sollte auf Anti-Rutsch-Beläge geachtet werden, um Unfälle zu vermeiden.
  • Mit robusten und ergonomischen Seniorenmöbeln gelingt die Einrichtung nach Ihrem individuellen Bedarf.
  • Handläufe und Halterungen sorgen für einen sicheren Halt ­­­­– auf der Treppe, im Bad oder im Eingangsbereich.
  • Durch Seniorenprodukte wie beispielsweise Klingelverstärker oder elektrische Türöffner lässt sich der Alltag an vielen Stellen deutlich vereinfachen.

Entlastung durch einen Treppenlift schaffen

Häufig stellt die Treppe im Alter eine große Hürde dar. Wenn die Beweglichkeit eingeschränkt ist, ist die Nutzung aller Etagen möglicherweise nicht mehr vollumfänglich möglich.

Um problem- und gefahrlos Treppen zu bewältigen, hilft ein Treppenlift. Durch diesen werden auch Angehörige entlastet, da sie beim Auf- und Absteigen der Stufen nicht mehr unterstützen müssen. So besteht für Sie und Ihren Familienkreis weniger Sorge um mögliche Unfälle.

Machen Sie Ihr Zuhause smart

Mithilfe von smarten Techniken lassen sich alltägliche Dinge leichter meistern. Mittels Smart Home kann beispielsweise das Licht direkt vom Bett aus an- und ausgeschaltet werden. Lampen mit Bewegungssensoren sind hilfreich, um den Weg zum Lichtschalter zu vermeiden. Diese lassen sich individuell nach Ihren Wünschen konfigurieren. Meist ist nur ein technisches Gerät notwendig, um verschiedene Gegenstände zu bedienen. Mithilfe eines smarten Zuhauses sind viele Dinge im Alltag leichter und komfortabler zu handhaben. Informieren Sie sich doch einmal, wie Smart-Home-Technik auch Ihren Alltag vereinfachen kann.

Beispiele für ein Smart Home

  • Smarte Fußmatte: Eine Sensormatte vor dem Bett schaltet automatisch das Licht an, wenn Sie auf sie treten. So ist vor allem nachts Sicherheit gegeben.
  • Rollladensteuerung: Ihre Rollläden müssen nicht mehr einzeln manuell hoch- und runtergelassen werden, sondern können über eine App oder ein zentrales Steuerelement von überall bedient werden.
  • Sicheres Badezimmer: Ein Sensor im Bad gibt Ihrer Kontaktperson Bescheid, wenn Sie das Badezimmer über eine lange Zeit nicht mehr verlassen haben. So können Angehörige bei einem Unfall frühzeitig informiert werden und nach dem Rechten sehen.

Ein Hausnotrufsystem bringt Sicherheit

Angehörige und auch Sie selbst leben ruhiger, wenn Sie sich in Sicherheit fühlen. Tritt ein medizinischer Notfall ein, ist eine schnelle Reaktion wichtig. Hierfür gibt es verschiedene Hausnotrufsysteme, wie beispielsweise ein Notruf-Armband oder Handys, die eine schnelle Kommunikation zu Ärzten oder Angehörigen ermöglichen. Diese Notrufsysteme bestehen aus einer Basisstation, die ans Telefon angeschlossen ist, und enthalten einen Sender, der in direkter Verbindung mit einer vorher festgelegten Zentrale steht.

Alltagsangelegenheiten mit Unterstützung meistern

Allein durch den Alltag zu kommen ist im Alter nicht immer einfach. Auch wenn Sie sich diesen durch einige der oben aufgeführten Maßnahmen vereinfachen können, behebt dies sicherlich nicht alle Probleme.

Wenn Sie auf eine häusliche Pflege angewiesen sind, wird sich Ihr Pflegedienst ­­­­– gegebenenfalls mit strengeren Auflagen und Hygienemaßnahmen – selbstverständlich weiter um Sie kümmern

Von nicht lebensnotwendigen Touren, beispielsweise zur reinen Unterstützung in der Hauswirtschaft, wird zurzeit eher Abstand genommen. Setzen Sie sich hier doch individuell mit Ihrem Pflegedienst in Verbindung.

Ihre Einkäufe müssen Sie nicht unbedingt selbst erledigen. Es gibt viele ehrenamtliche Initiativen und Nachbarschaftshilfen, bei denen Freiwillige unterstützen. Beispielsweise können diese Einkäufe für Sie durchführen und vor Ihrer Tür abstellen. Liefer- und Bringdienste helfen ebenfalls, unnötige Gänge zum Supermarkt oder zur Apotheke zu vermeiden.


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